20. November 2016

WLAN im Regionalverkehr – es kommt!

WLAN im Regionalverkehr – es kommt!

Warum WLAN im Regionalverkehr nicht notwendig ist, habe ich bereits ausführlich erklärt. Dennoch arbeitet DB Regio deutschlandweit an diesem Projekt. Sollte es erst wirklich erst 2020 kommen, wird es für die Kunden keinen echten Mehrwert bieten. Warum? Das wird im Folgenden deutlich.

Bevor WLAN in deinem Regionalzug reibungslos funktioniert, muss allerdings erstmal noch einiges vorbereitet und erledigt werden.

Probleme beseitigen

Betrachtet man alle Bahn-Kunden sind 80% Tag für Tag mit dem Regionalverkehr unterwegs. Im Fernverkehr wird man die Kunden zum Jahreswechsel mit „WIFIonICE“ glücklich machen und ein kostenloses Angebot in der ersten und zweiten Klasse zur Verfügung stellen.

Bei DB Regio wird es aber nochmal schwieriger. Der Regionalverkehr hat mehr Strecken, die mit Mobilfunkrepeatern entlang der Strecken ausgestattet werden müssen und mehr Kunden. Ebenfalls müssen auch die einzelnen Verbünde mitspielen, um das WLAN im Nahverkehr auf die Schiene zu bringen. Die Grafik zeigt sehr genau, wo das Problem liegt.

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Die DB hat für das WLAN im Regionalverkehr ein Multi-Provider-System entwickelt. Natürlich werden nicht alle Fahrgäste gleichzeitig im WLAN sein, dennoch muss die Geschwindigkeit akzeptabel sein um die Zeit im Zug wirklich produktiv zu nutzen. Mitte 2016 hat sich DB Regio also aufgemacht, um der Netzabdeckung auf den Zahn zu fühlen. 

Heraus kam folgendes Ergebnis: Mehr als 87% der abgefahrenen Strecken (insgesamt 21.000 Schienenkilometer) sind bereits mit LTE und UMTS mit einer Geschwindigkeit ≥ 10 Mbit/s von mindestens einem Mobilfunkanbieter ausgestattet. Ein klasse Ergebnis, aber DB Regio will die 90% knacken. Das werden sie bestimmt auch schaffen bis zum deutschlandweiten Release von „WIFI@DB Regio“.

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Was soll mit WLAN im Regionalverkehr angeboten werden?

Im Fernverkehr kennt man das ICE-Portal. Ähnliches möchte DB Regio laut aktuellen Informationen auch bereitstellen. Zugang zu kostenlosen Inhalten, zum Beispiel von der Tagesschau oder auch Hörbüchern, sollen neben den Services der Deutschen Bahn ebenfalls integriert werden.

Weitere Zukunftsvisionen gibt DB Regio in der nächsten Grafik preis. Am Beispiel Self-Check-In oder Online-Zugdurchsagen sieht man, dass auch DB Regio weiter in die Zukunft denkt um den Service am Kunden weiter zu verbessern. Wann und wie welches Feature ausgerollt wird steht aber noch in den Sternen.

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Alles in allem bin ich immer noch der Meinung, dass WLAN im Nahverkehr nicht notwendig ist. Jedes Jahr werden die Angebote der Mobilfunkanbieter besser und günstiger, sodass ab 2021, wenn WLAN in allen Regional- und Fernverkehrszügen, sowie im Bahnhof zur Verfügung stehen soll, man wohl kaum noch WLAN braucht.

Zukunftsmusik

Ab 2021 soll mit einer einmaligen Anmeldung (Single-Sign-On) ein WLAN Zugang über alle Angebote der DB vorhanden sein. „WIFI @ DB“ nennt sich das Angebot. Ich sehe dieses Angebot kritisch, da immer mehr Menschen mit der Bahn unterwegs sind und somit auch am Bahnhof.

Dadurch wird die Belastung der Accesspoint immer größer und die Geschwindigkeit langsamer. Außer man rüstet in regelmäßigen Abständen auf die neueste WLAN und Repeatertechnik um. Das ist allerdings ein sehr großer Kostenaufwand.

Wir alle sollten nochmal abwarten, wie sich das Angebot weiterentwickelt. Für das Angebot „WIFI @ DB Regio“ steht fest, dass bis 2020 der Großteil der Regiozüge mit WLAN ausgestattet sein soll, so die Bahn. Warten wir es ab.

Auf folgenden Strecken gibt es bereits WLAN im Regionalverkehr:

  • Fugger-Express zwischen Augsburg und München
  • Route Kiel-Lübeck-Lüneburg
  • Tests laufen bei der S-Bahn Stuttgart
  • Zwischen Strahlsund und Elsterwerda (RE3 & RE5)
#Nahverkehr#Regionalverkehr#WLAN
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
8 Kommentare
  • Noel Lara sagt:

    Hey Tim, Danke für den Artikel. Deine Einschätzung kann ich leider nicht teilen. Alleine wenn ich die lokale Staatsbibliothek betrachte hier sind gleichzeitig mehrere hundert wenn nicht sogar tausend online und das bei mega Geschwindigkeiten. Eine Lösung wäre demnach ein tägliches Traffic Limit damit Leute nicht animiert werden HQ Videos auf YouTube zu schauen.

    • Andreas sagt:

      Hallo Noel Lara,
      Dein Vergleich hinkt leider etwas. Die Staatsbibliothek ist vermutlich über einen Glasfaseranschluss mit einigen Gbit/s angebunden, da bewegen wir uns in einer ganz anderen Größenordnung als bei heutigen Mobilfunknetzen. 😉

  • […] Alle Infos zum WLAN im Regionalverkehr findest du hier! […]

  • Andreas sagt:

    Hallo Tim,
    ich verstehe nicht so ganz, warum Du WLAN im Regionalverkehr nicht sinnvoll findest. Schon, wenn ich mir die Funklöcher des „rosa Riesen“ auf den Strecken, auf denen ich regelmäßig unterwegs bin, ansehe, wäre es eine deutliche Verbesserung, in solch einem Funkloch via WLAN die (hoffentlich vorhandene) Netzabdeckung der anderen beiden Netze nutzen zu können. Auch, wenn deren Empfang gerade auch nicht optimal ist, bleibt doch vielleicht genug Empfang, um z.B. das Musikstreaming nicht unterbrechen zu müssen. Fakt ist außerdem, dass der Ausbau von Funkzellen entlang von Bahnstrecken für die Betreiber oft nicht lohnt, da die Zellen (anders, als z.B. entlang von Autobahnen) meist nur wenige Male pro Stunde (nämlich immer dann, wenn ein Zug vorbeikommt), genutzt werden, aber dann gleich von mehreren hundert Geräten gleichzeitig. Ich bezweifle daher, dass sich an der Ausbausituation entlang der Bahnstrecken in den nächsten Jahren so viel ändern wird. Daher stellt für mich schon eine lückenlosere Netzabdeckung durch Überlagerung der 3 Netze einen großen Fortschritt dar.
    Weiterhin finde ich das Angebot von offline verfügbaren Inhalten via WLAN wie Tagesschau, Musik & Co. sehr sinnvoll, weil genau das zu einer Entlastung der Mobilfunkzellen führt und damit zu einer größeren verbleibenden Bandbreite für alle Nutzer. Einmal ganz abgesehen von der Steigerung der Attraktivität des Regionalverkehrs gegenüber dem Auto 😉

  • Matze sagt:

    Da ich regelmäßiger Nutzer der S-Bahn Stuttgart bin, und auch ab und an mal das Glück habe eine der 2 WLAN S-Bahnen zu erreichen und benutzen, muss ich ehrlich sagen dass das WLAN dort inzwischen stabil geworden ist und sich auch nutzen lässt. Überall WLAN muss nicht sein, da bin ich ganz deiner Meinung, und auch die Schwierigkeit es abzudecken ist gegeben. In Baden-Württemberg hat das Land die Bahn und die neuen Betreiber Go Ahead und Abellio verpflichtet ab Inbetriebnahme der neuen Züge für WLAN in selbigen zu sorgen. Ich bin gespannt wie und ob sich das umsetzen lässt.

    • Tim sagt:

      Hey Matze,

      Danke für deine Aufklärung zum Thema bei der S-Bahn Stuttgart. Das hört sich doch vielversprechend an.

      Beste Grüße
      Tim

  • Alexander Mayer sagt:

    Hallo Tim,

    Ich denke mal das WLAN im Nahverkehr auch eine Forderung der Besteller des Nahverkehrs bei Ausschreibungen ist

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