20. April 2017

Was steckt hinter dem Codewort „ggf. freigeben“?

Was steckt hinter dem Codewort „ggf. freigeben“?

In gewissen Situationen kann einen die Bahn-Reise schon zur Verzweiflung bringen. Erst eine umgekehrte Wagenreihung und fünf Minuten Verspätung, dann endlich den Wagen gefunden, in dem man einen Sitzplatz reserviert hat und auf einmal steht auf der Reservierungsanzeige „ggf. freigeben“. Was möchte man damit mitteilen und warum steht es teilweise im gesamten Wagen?

Für alle, die noch nie mit einem Fernverkehrszug unterwegs gewesen sind, gibt es erstmal eine kleine Erklärung. Im Fernverkehr kann man bei der Bahn eine Sitzplatzreservierung dazu buchen bzw. ist in der ersten Klasse schon im Preis mit enthalten.

Diese gebuchte Reservierung wird im Regelfall auf die Reservierungsanzeigen im Zug gespielt, sodass die Reisenden wissen, dass dort ein Sitzplatz von A nach B reserviert ist. Es steht immer der Start- und Zielbahnhof der Reservierung auf der Anzeige.

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Ist die kurzfristige Buchung das Problem?

Nun ist es seit längerer Zeit aber so, dass man auch bis kurz vor Abfahrt noch eine Sitzplatzreservierung oder eine Fahrkarte mit Sitzplatzreservierung buchen kann. Eine sehr gute und komfortable Sache für den Kunden. Das ganze läuft über die App „DB Navigator“ oder eben online über bahn.de ab.

Dazu muss man allerdings wissen, dass das System auf der anderen Seite, dass die Daten im Zug einspielen soll, etwas älter ist und somit leider die Daten noch nicht in Echtzeit direkt nach der Buchung einspielen kann. Schade eigentlich, denn wir sind ja schließlich im Jahr 2017.

Entweder steht dann gar nichts auf der Reservierungsanzeige oder es steht das sogenannte Codewort „ggf. freigeben“ auf der Anzeige. Dieses steht ebenfalls dort, wenn die Datenübertragung der Reservierungen nicht vorhanden/möglich ist und man keine genaue Aussage über die Reservierung in diesem Wagen treffen kann.

Ich frage mich: Was ist der Unterschied bzw. was macht es für einen Unterschied, wenn auf der Anzeige nichts steht oder ggf. freigeben?

Das sagen die Kunden

Diese Frage wollte ich nicht nur selber beantworten, sondern habe auch eine Reihe Kunden befragt mit denen ich diese „Anzeigen“ erleben durfte.

Martin W. (Pendler) sagt:
„Es verwirrt, wenn dort steht „ggf. freigeben“. Ich kann mich hinsetzen, aber nicht davon ausgehen, dass das mein Sitzplatz für die nächsten Stunden ist. Es könnte jederzeit jemand zusteigen, der dort reserviert hat. Das macht mich unruhig.“

Hubert C. (Urlauber) sagt:
„Das Chaos beim Einstieg ist das schlimmste. Eigentlich sind die Plätze frei, aber keiner mag sich hinsetzen, da ja jederzeit jemand kommen könnte. Da muss dringend was gemacht werden. Keine Anzeige wäre allerdings noch verwunderlicher. Dann lieber ggf. freigeben.“

Burak U. (Geschäftsreisender). sagt:
„Eine Sitzplatzreservierung ist ein Komfortmerkmal für die Bahn. Doch sie muss funktionieren. Mit „ggf. freigeben“ kann kein Kunde so wirklich etwas anfangen. In Jahr 2017 braucht die Bahn etwas besseres.“

Zum Abschluss noch meine Meinung: Ich bin ebenfalls kein Freund von diesen schwammigen Aussagen auf den Anzeigen. Ich erlebe es immer wieder, wie solche unklaren Angaben eine Bahnreise unruhig machen und die Stimmung unnötig aufheizen.

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Verbesserung in Sicht

Leider ist es so, dass die Technik leider aktuell nichts klareres und besseres zulässt. Man arbeitet an einer neuen und natürlich auch zuverlässigeren Lösung in Echtzeit. Das lässt viele Kunden wahrscheinlich aufatmen. Auch Martin, Hubert und Burak waren froh das zu hören.

Es bleibt abzuwarten, was in Zukunft im Rahmen der Sitzplatzreservierung noch kommt. Ein Startdatum für eine zuverlässigere Anzeige steht noch nicht fest.

Auch wenn der sogenannte „Komfort Check-in“ kommt, braucht man eine funktionierende Anzeige in Echtzeit. Eins steht fest: Mit der Anzeige „ggf. freigeben“ hat man ein Codewort geschaffen, was keiner so wirklich versteht und leider sehr viel Unruhe verbreitet.

Kleiner Hinweis: Das Zugbegleitpersonal kann nichts für die veraltete Technik und ist meiner Erfahrung nach immer bemüht eine Lösung für ein Problem mit der Reservierungsanzeige zu finden. Freundlich nachfragen hilft immer weiter.

Auch Martin, Hubert und Burak lobten in diesem Zusammenhang das Bahn-Personal und betonten, dass die Mitarbeiter immer probieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten dem Kunden das Leben so einfach wie möglich zu gestalten.

Wie ist deine Erfahrung mit der Reservierungsanzeige im Zug? Hast du schon ähnliches erlebt? Freue mich auf dein Feedback in den Kommentaren.

#Kunden#Sitzplatzreservierung
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
39 Kommentare
  • Gerald sagt:

    Danke für den Beitrag. Ich verstehe dennoch nicht, dass die Technik hier nicht hochgerüstet wird. Einerseits gibts WLAN und Streaming-Filme, auf der anderen Seite spielt das Personal die Reservierungsdaten teilweise noch mit Disketten (!) oder USB-Sticks ein (nicht selber gesehen, hat mir mal ein Bahn-Mitarbeiter erzählt – stimmt das denn (noch)?).

    • Tim Grams sagt:

      Hi Gerald,

      vielen Dank für dein Feedback. Leider kann man das nicht miteinander vergleichen. Aber ich stimme dir zu, dass dort etwas passieren muss und auch wird.
      Echtzeit ist das Ziel und sollte zeitnah kommen. Es ist ein ausschlaggebender Grund für Kundenzufriedenheit.

      Beste Grüße
      Tim

    • Chris sagt:

      Hey Gerald.

      Aus erster Hand kann ich dir sagen, ja es stimmt 😀

      Liebe Grüße

  • Quetschemembach sagt:

    Ich habe mal noch eine Frage zur Reservierungsanzeige:
    Weißt Du, weshalb in einigen Baureihen im Kleinkindabteil nie steht, dass dieses reserviert ist? Es steht meist nur „Kleinkindabteil“ an der Reservierungsanzeige, auch, wenn die Plätze reserviert sind.
    Hat das einen tieferen Sinn?

    • Tim Grams sagt:

      Hey Dirk,

      es ist so, dass das Kleinkindabteil quasi immer reserviert ist für Familie mit kleinen Kindern. Das heißt auch, wenn eine Mutter mit Kind nicht reserviert hat und ein Vater ebenfalls mit Kind nicht reserviert hat, bist du ohne Kind aufgefordert das Abteil zu verlassen.

      Bei weiteren Fragen kannst du dich einfach melden.

      Beste Grüße
      Tim

      • Quetschemembach sagt:

        Hallo Tim,

        Danke für Deine Rückmeldung.
        Das ist klar – wir sind auch häufig mit den Kindern unterwegs, haben reserviert, aber die Plätze sind besetzt, weil draußen nur „Kleinkindabteil“ auf den Reservierungsanzeigen steht. Das ist manchmal etwas nervig, weil man die dort sitzenden Personen erstmal davon überzeugen muss, dass man tatsächlich eine gültige Reservierung hat. Es ist ja auch unschön, wenn man eine Familie von einem Platz verdrängen muss – aber man hat ja auch dafür bezahlt …

        • Tim Grams sagt:

          Hey,

          sehr gerne.
          Leider ist das nicht auf den ersten Blick ersichtlich bzw. für einen „Wenig-Fahrer“ ersichtlich. Da muss noch etwas gemacht werden.

          Danke dir.

          Beste Grüße
          Tim

  • Timo sagt:

    Hallo Gerald,

    ja das ist noch so.

    Danke Tim für deinen Bericht, hoffentlich sorgt er auch für Aufklärung bei den Reisenden.

    LG

  • luca_marcel_2808 sagt:

    Danke für diesen informierenden Beitrag. Bin gestern mit dem ICE gefahren, da stand auch auf vielen Anzeigen „ggf. freigeben“.

  • Sebastian sagt:

    Hallo Tim,
    danke für diesen Beitrag zu einem Thema, was immer wieder für Diskussionen im Zug führt. Ich war im Winter länger in Skandinavien unterwegs und habe festgestellt, dass es sowohl in Norwegen und Schweden, als auch in Finnland keine Reservierungsanzeige an den Sitzen gibt. Für mich als Interrailer, der meist ohne Sitzplatzreservierung unterwegs war, bedeutete das mehr als einmal „Reise nach Jerusalem“ während der Fahrt… Von daher können wir uns in Deutschland glücklich schätzen, dass es überhaupt für den Reisenden die Information gibt, ob ein Sitzplatz frei oder reserviert ist, auch wenn es hier und da in der technischen Ausführung sicher noch Verbesserunsbedarf gibt.
    Viele Grüße,
    Sebastian

    • Tim Grams sagt:

      Hi Sebastian,

      vielen Dank für deine Aufklärung und den Vergleich mit Skandinavien.
      Wie du schon sagt, wir können uns glücklich schätzen, aber die Bahn hängt in diesem Bereich weit hinterher.

      Ich bin davon überzeugt, wenn die Anzeigen richtig sind wir die Kundenzufriedenheit noch weiter steigen.

      Beste Grüße
      Tim

  • David sagt:

    „Entweder steht dann gar nichts auf der Reservierungsanzeige oder es steht das sogenannte Codewort „ggf. freigeben“ auf der Anzeige. Dieses steht ebenfalls dort, wenn die Datenübertragung der Reservierungen nicht vorhanden/möglich ist und man keine genaue Aussage über die Reservierung in diesem Wagen treffen kann.“

    Hallo Tim,
    Da muss ich dich hier ein wenig korrigieren bzw. ergänzen:

    Die Reservierungsdaten werden vor Beginn einer Zugfahrt vom Backoffice heruntergeladen. War eine Übertragung aus technischen Gründen nicht möglich, steht im gesamten Zug „GGFS. FREIGEBEN“, da dem Bordrechner unbekannt ist, welche Plätze reserviert sind und welche nicht. Wurde eine Übertragung erfolgreich durchgeführt und sind Reservierungsdaten vorhanden, werden diese auf die Wagen verteilt. Dementsprechend wird bei reservierten Plätzen angezeigt, von wo nach wo diese reserviert sind. Wird gar nichts auf der Anzeige dargestellt, ist der Platz frei. Die Anzeige „ggfs. freigeben“ (nicht im gesamten Zug, wenige Sitzplätze) bedeutet, dass ein Platz reserviert sein kann, da mit diesem Text eine bestimmte Anzahl an Sitzplätzen für Kunden vorgehalten wird, die wenige Minuten vor der Fahrt an dessen Abfahrtsbahnhof eine Reservierung am Automaten, im Reisezentrum oder online erwerben.

    Gruß David

    • Tim Grams sagt:

      Hi David,

      vielen Dank für diese Erweiterung des Beitrags.
      In diesem Detail bzw. in dieser Ausführlichkeit wollte ich es nicht aufführen, da der Kunde diese Unterschiede wahrscheinlich nichtmal wahrnimmt.

      Am Ende muss klar sein, was der Kunde machen kann auf diesem Platz. Ich erlebe es leider sehr oft, dass die gesamte 1. Klasse ohne Reservierungen läuft bzw. ggf. freigeben angezeigt wird.

      Das verwirrt alle Kunden und sorgt, wie bereits im Beitrag geschrieben für Unruhe. Genau da muss was getan werden und nicht drei verschiedene Anzeigen verwendet werden, die der Kunde mit großer Sicherheit nicht unterscheiden kann.

      Beste Grüße
      Tim

  • Nina sagt:

    Ich habe erlebt, dass eine Familie hätte aufstehen müssen, da die Plätze kurzfristig reserviert wurden. Gott sei Dank waren die Sitzplatzberechtigten kulant und ließen die Familie sitzen,da sie sehr viel Gepäck mit hatte. Es ging halt,weil noch genug andere Plätze im anderen Wagen frei waren.Ja,es sollte schnellstmöglich modernisiert werden.Mich persönlich nervt die Unsicherheit gewaltig auf langen Strecken!

    • Tim Grams sagt:

      Hi Nina,

      ich stimme dir voll und ganz zu. Genau deshalb wird nun hart daran gearbeitet, dass es in Zukunft ein System in Echtzeit gibt, was genau dieses Problem löst.
      Danke für dein Feedback.

      Beste Grüße
      Tim

  • Matthias Kron sagt:

    Ich finde die Plätze super auf denen “reserviert für bahn comfort“ steht. Die sind fast immer frei weil sich da auch keiner hinsetzen traut. Perfekt für reisen mit Mitarbeiter Ticket. Und wenn doch mal einer kommt stehe ich halt auf… so what

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Matthias,

      ich gebe dir vollkommen recht. Diese Plätze können echt wertvoll sein.
      Allerdings wissen auch die wenigsten, was das für Plätze sind.

      Dazu kommt aber auch noch ein Beitrag.

      Beste Grüße
      Tim

  • Marcel Darkbill sagt:

    Ich habe nun meinen Frieden mit den IC2 gefunden, aber auch dort hatte Ich auf meinen 1. Klasse Platz die Anzeige „ggf. freigeben“ gesehen, aber das war kein Problem, weil solange auf meinen Ticket meine Reservierung für diesen Platz steht, habe Ich das Recht auch dort zu sitzen. Es gab nie Probleme. Warum es auch beim neuen IC2 diese veraltete Anzeigentechnik gibt und dazu KEIN vorhandenes Wlan, verstehe ich nicht.

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Marcel,

      vielen Dank für dein Feedback.
      Aus deiner Sicht ist auch alles in Ordnung, wenn du reserviert hast, da du die Situation kennst. Ein Kunde, der aber nicht reserviert hat und dazu seit langem mal wieder Bahn fährt, ist da vielleicht eher unsicher, wenn er diese Anzeige sieht (siehe Interview-Zitate).

      Auch bei diesen Kunden ist es wichtig, dass der Komfort stimmt und da gehören Anzeigen der Sitzplatzreservierung definitiv dazu.

      Beste Grüße
      Tim

  • Sven Kleinschmidt sagt:

    Letztens im ICE. Zug proppenvoll, viele Gäste stehen oder sitzen im Gang etc. Auf meinem reservierten Platz für die Fahrt Köln – München saß eine sehr alte Dame (2 Unterarmgehhilfen war zu sehen). „ggf. freigeben“ prangte dort über „meinem“ Sitz. Meine Frage bis wohin sie fährt? – bis Würzburg! Mist! Was mach ich – selbst 65 Jahre alt – jetzt? Ich habe der Dame erklärt, dass dies mein Sitz sei, sie aber gerne sitzen bleiben kann. In Würzburg habe ich dann endlich meinen Platz einnehmen können. Einem wartenden Fahrgast, der sich auf den Platz setzen wollte, mußte ich dann auch noch geduldig erklären, warum ich jetzt erst meinen Sitz beziehe. Alles sehr unschön. Nur wegen dieser Anzeige. Eine schnelle Abhilfe ist unbedingt nötig.

    • Tim Grams sagt:

      Hi Sven,

      vielen Dank für dein Feedback und das Teilen deiner Erfahrungen.
      Echt schade, dass du auf Grund dieser „Anzeigen“ solch ein Erlebnis hattest.
      Ich hoffe, dass soetwas nicht so schnell wieder vorkommt.

      Ich wiederhole es aber nochmal: Es wird dran gearbeitet und hoffentlich eine zeitgemäße Lösung gefunden.

      Beste Grüße
      Tim

    • Christian sagt:

      Die richtige Lösung wäre hier gewesen, einen Zugbegleiter anzusprechen.
      Schließlich hätte die Dame auch reservieren können.

      Der Zugbegleiter hätte für sie einen Platz gefunden (eventuell auch 1. Klasse), sodass Sie Ihren Platz einnehmen können.

  • Ingo Lömker sagt:

    Oder die Bahn würde auch in der 2. Klasse die Reservierung beim Ticketkauf mit einschliessen, so wie in der ersten Klasse. Denn das viele nicht reservieren kann ich schon irgendwie nachvollziehen, bei meiner Familie waren vor kurzem die Reservierungskosten fast so teuer wie das Ticket selbst.

    Aber was ich neuerdings immer wieder erlebe ist die aggressive Reaktion anderer Fahrgäste wenn man seine reservierten Sitzplätze beziehen möchte oder wenn ich alleine unterwegs einen bahn.comfort Platz einnehmen möchte.

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Ingo,

      vielen Dank für dein Feedback. Stimme dir tatsächlich zu, dass das bestimmt einiges vereinfachen würde.
      Wenn du Anspruch auf einen Sitzplatz hast, kann sich keiner beschweren. Immer ruhig bleiben und ganz lieb nachfragen.

      Beste Grüße
      Tim

  • […] gibt es noch kein neues System für die Sitzplatzreservierung, aber zumindest die Anzeigen wurden schonmal neu ausgerichtet. Diese sind nun in der Kopfstütze […]

  • Lorenz sagt:

    Ich war letztens in den italienischen Frecciarossa- Zügen unterwegs und war von deren Reservierungssystem hoch begeistert. Durch die Reservierungspflicht hat jeder einen sicheren Sitzplatz, das Gedränge beim Einsteigen ist nicht so stark und man muss nicht den ganzen Zug ablaufen um einen Sitzplatz zu finden. Ich fände es begrüßenswert, wenn die DB (bzw. bei uns die ÖBB, die das selbe Problem hat) auch so ein System einführen würde. Theoretisch wäre es dann auch möglich, das Ticket im Voraus zu kaufen und erst kurzfristig zu entscheiden, welchen Zug man nimmt und dann über den Navigator einen Sitzplatz zu reservieren. So würde man sich den Stress beim Einsteigen ersparen und könnte auf die Reservierungsanzeigen verzichten.

    • Tim Grams sagt:

      Hi Lorenz,

      danke für dein Feedback zu diesem wichtigen Thema.
      Das System jeder bekommt eine Reservierung würde dazu führen, dass es keinen Flexpreis mehr gibt. Denn aktuell kann man mit einem Flexpreis flexibel seinen Zug auswählen. Mit einer Siztplatzreservierung bindet man sich erstmal. Eine kurzfristige Buchung wäre defintiv eine Lösung in diesem Fall, allerdings kann man dann auch mal Pech haben und der Zug ist voll.

      Eins steht fest, man wird das System „Sitzplatzreservierung“ weiter verbessern und auch zukunftfähig machen.

      Beste Grüße
      Tim

  • Knut sagt:

    Hallo Tim,

    die ganzen Beiträge zeigen, dass das System mit den Sitzplatzreservierungen toll ist aber derzeit auch Grenzen hat. Zum Beispiel sind in jedem Wagen die gleichen Sitzplatznummern vergeben. Es ist nicht nur einmal passiert das Fahrgäste andere Fahrgäste von ihren Sitzen gescheucht und sie eigendlich den Sitzplatz in einem ganz anderen Wagen reserviert haben. Es wurde von mir in der Tat schon des Öfteren bemerkt. Ich denke, die Dunkelziffer liegt auch weit höher.
    Dies könnte man entschärfen wenn die Sitzplatznummer nur einmal im Zug vergeben ist. Da die Wagen der Züge eh wie verheiratet sind und nicht mehr getrennt werden, ist dies ja möglich. Ansonsten besteht auch noch die Möglichkeit die Sitzplatznummer in jedem Zug elektronisch zu vergeben.
    Aber viel gravierender ist ein sich zunehmend häufender Fall. Ich reserviere einen Sitzplatz und kann diesen gar nicht einnehmen weil die Fahrgäste bereits auf den „Trittbrettern“ stehen. Quasi afrikanische Verhältisse. Um das Argument „da wird den Fahrgästen eine Entschädigung gezahlt wenn sie den nächsten Zug nehmen“ gleich zu entkräften, es ist nur prinzipiell richtig. Denn wenn mir 25 Euro geboten werden, wenn ich den nächsten Zug nehme welcher dann 2 Stunden später fährt, aber 4 Stunden benötige um mir am Servicepoint bestätigen zu lassen, dass ich tatsächlich ausgestiegen bin, ist das Ganze nichts wert.
    Glauben Sie mir, 7,5 Stunden stehen und kaum Luft kriegen macht doppelt so viel „Spaß“ wenn Sie 4,50 Euro für ein Sitzplatzreservierung ausgegeben haben. Wie schon gesagt, kein Einzelfall, Tendenz steigend!

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Knut,

      Ich Danke dir für dein offenes und ehrliches Feedback. Ich stimme dir zu, dass es bei dem System Sitzplatzreservierung noch einiges an Luft nach oben gibt.

      Genau daran arbeitet man auch. Zuverlässige Anzeigen. Ob am Ende auch eine Reservierungspflicht für alle damit einhergeht steht heute noch nicht fest. Da es das aber bereits in anderen Ländern gibt und dort sehr erfolgreich praktiziert wird, ist es definitiv eine Überlegung wert.

      Beste Grüße
      Tim

  • Karla sagt:

    Ich hoffe, dass kein System eingeführt wird, mit dem in Echtzeit noch jeder Sitzplätze reserviert werden kann, während der Zug schon fährt. Wenn ich einen Platz gefunden habe, für den keine Reservierung angezeigt wird, dann möchte ich davon ausgehen, dass das für den Rest meiner Fahrt auch so bleibt. Dann lieber einen kleineren Teil der Plätze mit „ggf. freigeben“ für Spontanreserviererinnen kennzeichnen und weiterhin Plätze für die bei Fahrtbeginn keine Reservierungen vorliegen auch unreserviert belassen.

    • Tim Grams sagt:

      Hey Karla, danke für dein Feedback. Deine Bedenken sind berechtigt und vollkommen nachvollziehbar. Eine Reservierung in Echtzeit sollte natürlich nicht zu Last derer Fallen, die keine Reservierung haben. Dafür muss man ganz klar eine Lösung finden, bevor man solch‘ ein System einführt.

      Beste Grüße
      Tim

  • Norbert Lippek sagt:

    Moin Tim!
    Du schreibst in der Einführung zum Thema u.a: „Dazu muss man allerdings wissen, dass das System auf der anderen Seite, das die Daten im Zug einspielen soll, etwas älter ist und somit leider die Daten noch nicht in Echtzeit direkt nach der Buchung einspielen kann. Schade eigentlich, denn wir sind ja schließlich im Jahr 2017.“
    Hatte am vergangenen Dienstag ein interessantes Erlebnis. Fahre von München nach Bremen. Geplante Fahrt mit ICE 1084 von München bis Göttingen, dort Umstieg in den ICE 776 nach Bremen. Für beide Züge einen Platz reserviert. Kurz nach Abfahrt in München sagt mir ein Blick aufs Tablet, dass der 776 ersatzlos ausfällt. Also Buchung für ihn storniert und neu einen Platz im IC 2032 von Hannover nach Bremen gebucht. Der fährt als Dosto-IC 2. Reservierung klappte gut, Wagen 5, Platz 125. Als ich in Hannover in den IC 2032 einstieg, stellte ich zu meinem großen Erstaunen fest, dass meine erst vor kurzem getätigte Reservierung am Platz angezeigt wurde! Also es geht doch! Vielleicht kann ja mal jemand aus dem Fachbereich erklären, warum das da funktioniert. Und andererseits, warum funktioniert es nicht auch, wenn ich am Vortag einen Platz im ICE 533, das ist eine ICE 2-Garnitur, ab Bremen buche, dass die Reservierung ebenfalls angezeigt wird? Dort steht an meinem reservierten Platz mit schöner Regelmäßigkeit „ggf. freigeben“. Ich finde es immer wieder blöde und unangenehm, wenn man Leute vom Platz „verscheuchen“ muss.
    Beste Grüße
    Norbert

    • Tim Grams sagt:

      Hi Norbert,

      vielen Dank für dein Feedback und die ausführliche Beschreibung.
      Wirklich klasse, dass es bei dir im Fall „InterCity2“ so gut funktioniert hat. Das macht selbst mich stutzig und genau da werde ich mal nachhaken und hoffentlich etwas rausfinden. So etwas muss es bzw. sollte es einfach heute in jedem Zug geben bei dem man eine Sitzplatzreservierung buchen kann.

      Beste Grüße
      Tim

  • Knut sagt:

    Hallo Tim!
    Ich komme noch einmal zurück auf die am Anfang dieses Blocks geäußerten Gedanken von Seiten der Deutschen Bahn, dass man darüber nachdenkt eine grundsätzliche Reservierung einzuführen. Da kann ich nur sagen: „Bitte nicht!“ Die Deutsche Bahn hat für ihre Reisenden derzeit einen großen Vorteil – man kann spontan Reisen.
    Geh mal zum Flughafen und will den nächsten Flieger nach irgendwo hin nehmen. Das geht nicht. Man muß früher buchen.
    Bei der Bahn geh ich zum Bahnhof und springe auf den nächsten fahrenden Zug auf. Ticket kann ich zur Not auch noch im Zug lösen wenn ich es nicht vorher geschafft habe.
    Das geht mit Pflichtreservierungen nicht mehr. Dieser Vorteil ist für Leute die im Job viel mit der Bahn fahren unschlagbar. Das sollte man nicht einfach kaputt machen.
    Ich denke das Sitzplatzproblem und auch das Überfüllungsproblem kann man ganz einfach, mit zwei bis drei Wagen pro Zugeinheit mehr, lösen.
    Das muss man aber bei der Bahn eben wollen. Derzeit scheint es so, dass will man eben nicht.
    Schade eigendlich.

    beste Grüße
    Knut

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Knut,

      vielen Dank für dein Feedback zu diesem wichtigen Thema.
      Ich kann deine bedenken voll und ganz verstehen und gehe da auch voll mit. Es ist ein großer Vorteil der Eisenbahn in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern.

      Zu dem Punkt des Sitzplatzmangels: Leider ist es nicht so einfach möglich mal eben 2-3 Zugeinheiten mehr anzuhängen. Schon heute steht vor den ganzen Zugumläufen ein großer Aufwand, der nicht so einfach erweitert werden kann. Deshalb wird das wohl eher nicht passieren, außer man passt stark ausgelastete Strecken im Fahrplan mit an. Das könnte ich mir eher vorstellen.

      Es bleibt spannend und es wird sich noch einiges tun in Zukunft.

      Danke nochmal für dein Feedback.

      Beste Grüße
      Tim

  • Hallo Tim,
    dank für deinen sehr, sehr, sehr, sehr, sehr guten Beitrag.
    Weißt du zufällig, ob das Zugbegleitpersonal in Echtzeit sehen, kann ob jemand nachträglich reserviert hat?
    Grüße Anton

    • Tim Grams sagt:

      Hey Anton,

      Vielen Dank für dein Feedback zum Beitrag. Ich weiß es nicht zu 100% würde aber vermuten, dass es möglich ist diese Daten einzusehen.

      Beste Grüße
      Tim

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