19. Januar 2017

Euphorie bei der Pünktlichkeit? Immer locker bleiben!

Euphorie bei der Pünktlichkeit? Immer locker bleiben!

Mit einer Pünktlichkeit von 78,9% hat die Deutsche Bahn ihr Jahresziel für 2016 knapp verfehlt, sie war aber unterm Strich deutlich pünktlicher im Fernverkehr als in den Jahren zuvor. Euphorie? Nein!

Zahlreiche Maßnahmen wurden 2016, auch im Rahmen von Zukunft Bahn, ins Leben gerufen, damit sich die Pünktlichkeit verbessert. Neben dem Projekt „Planstart“, das die Pünktlichkeit der Abfahrten von Fernverkehrszügen an den großen Fernverkehrsbahnhöfen überprüft, wurde auch das Baustellenmanagement überarbeitet.

Persönliche Erfahrung zur Pünktlichkeit 2016

Auch in meiner persönlichen Statistik hat sich bis zum Jahresende einiges getan und zum positiven entwickelt. Im Dezember 2016 hatte ich im Schnitt eine Verspätung von 2,2 Minuten. Im September waren das noch 7,9 Minuten. Pro Monat habe ich um die 40 Fahrten im Fernverkehr zurückgelegt. Der Dezemberwert ist definitiv ein guten Ergebnis.

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Keine Euphorie

Mit fast fünf Prozentpunkten mehr als im Jahr 2015 (74,4%) wurde das Jahr 2016 abgeschlossen. Ein befriedigender Wert, aber keineswegs ein guter.

Nimmt man die Jahre davor als Vergleich, dann könnte man vielleicht meinen, dass dieser Wert zufriedenstellend ist, aber ich möchte betonen, dass mehr als ein Viertel der Fernverkehrszüge mit mehr als sechs Minuten Verspätung am Ziel angekommen sind.

Perspektivwechsel

Aus dieser Perspektive ist definitiv noch Luft nach oben. Die 80% Prozent Marke sollte ohne große Probleme, trotz des winterlichen Starts ins neue Jahr, im ersten halben Jahr geknackt werden und mit etwas Glück bei dem Wetter bin ich davon überzeugt, dass 2017 schon ein Wert von 83% möglich ist.

In diesem Jahr werden weitere Maßnahmen ins Leben gerufen, sagt die Deutsche Bahn. 2016 war aus aktueller Perspektive befriedigend, darf aber in einem Jahr gerne als mangelhaft eingestuft werden. 2017 wird das Fundament für die Zukunft werden.

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Die Trendwende

2016 hat die Deutsche Bahn einen guten Start hingelegt. Man kann schon von einer Trendwende im großen Unternehmen Bahn sprechen. Man hat erkannt, was möglich und auch nötig ist. 2017 müssen diese Ergebnisse nicht nur bestätigt werden, sondern auch verbessert werden.

Zahlreiche Mobilitätsanbieter sitzen, vor allem im Bereich der Digitalisierung, im Nacken und einen Fehler darf man sich eigentlich kaum noch erlauben. Im Bereich der Digitalisierung ist man mittlerweile auf einem sehr guten Weg.

Das kommt in diesem Jahr:

Wie war eure Pünktlichkeit in 2016? Ich freue mich auf eure Ergebnisse in den Kommentaren.

#Pünktlichkeit
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
6 Kommentare
  • Matze sagt:

    Guten Tag Tim,
    ich hoffe wirklich dass das mit der Pünktlichkeit besser wird. Besonders an den Korrespondenz Halten wie Mannheim, Köln, Dortmund oder Fulda ist Pünktlichkeit das A und O. Bin schon zuoft wegen 5 Minuten Verspätung in Köln dann für eine Stunde gestrandet, weil der ICE pünktlich abgefahren ist während der IC gerade auf der Hohenzollernbrücke stand oder in Köln Hbf einfuhr. Und sowas gehört sich meiner Meinung nach absolut nicht. Weil für die Bahn ist dann „nur“ der Intercity weiter verspätet während der ICE pünktlich ist. Aber ich als Kunde darf 60 Minuten rumgammeln und meine Zeit ist vergeudet durch die fehlende Anschlusssicherung. Und das nervt gewaltig.
    Ich bin gespannt wie sich das in diesem Jahr entwickelt. Auf dem ICE 4 im Regelbetrieb freue ich mich schon, und in der Hoffnung dass damit auch mal die Linie Hamburg – Stuttgart bedient wird dann.

    Beste Grüße aus Stuttgart
    Matze

    • Tim Grams sagt:

      Hey Matze,

      vielen lieben Dank für dein ausführliches Feedback zur Pünktlichkeit. Ich stimme dir zu, dass man noch einiges optimieren kann. So habe ich es ja auch in meinem Beitrag geschrieben.
      Es sind die kleinen Dinge, die am Ende den Unterschied machen werden. Schauen wir mal, was das Jahr 2017 bringt, aber ich bin davon überzeugt, das einiges an Potenzial drin steckt.

      Beste Grüße
      Tim

  • 103 Triebzug sagt:

    Solange man Köln-Deutz nicht zum ICE Umsteigebahnhof macht wird sich an diesen Problem nichts ändern. In diesem Zusammmenhang sei auch auf die großen Pfufferzeiten im Fahrplan von 20 Minuten (für Köln) hingewiesen. Es gab Zeiten da hat man Köln-Hamburg in 4 Stunden gefahren, für Leute aus Hamburg sind diese Zeiten zulang Fahren somit mit dem Auto oder Fliegen.

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Dirk,

      ich finde es etwas gewagt die Pünktlichkeit an einem Bahnhof fest zu machen. Ich stimme dir zu, dass man am Beispiel „Köln Messe-Deutz“ einiges noch optimieren kann, aber diesen Bahnhof alleine dafür verantwortlich machen, passt nicht.
      Danke dir für dein Feedback zu diesem wichtigen Thema.

      Beste Grüße
      Tim

  • Tim Hennings sagt:

    Hallo Tim!

    Seit einem Jahr bin ich ein bis zweimal im Monat unterwegs zwischen Bremen und Hagen (Westfalen). Fazit: zweimal gab es größere Verspätungen:
    Fall 1: Hagen – Bremen. IC kommt 30 Min zu spät in Hagen an wegen Feuerwehreinsatz in Solingen. Dann konnten wir nicht in den Dortmunder Hbf einfahren, weitere 45 Min Verspätung. Fußballultras wollten den Zug stürmen und es hat gedauert, bis sie den bereitgestellten Sonderzug genommen haben. Verspätung in Bremen: 75 Min. Freigetränke im Bistro.

    Fall 2: Bremen – Hagen
    Durchsage kurz vor Dortmund: Personenschaden auf der Strecke Dortmund – Hagen. Betrieb eingestellt. IC wird über Düsseldorf umgeleitet. Man sollte im Zug verbleiben und von Düsseldorf nach Hagen den RE nehmen. Ankunft in Hagen: +97 Min.

    In beiden Fällen habe ich 25% Prozent problemlos erstattet bekommen.

    Mir ist allerdings aufgefallen, dass z.B. bei kleinen Verspätungen (10 Min) in Münster einige Anschlusszüge verpasst werden. Das kommt regelmäßig vor. Für die betroffenen Reisenden natürlich ärgerlich. Ich glaube solche Dinge schaden dem Image mehr als eine „dicke“ Verspätung für die die Bahn nix kann.

    Erschwert wird die Sache mit den Anschlusszügen natürlich dadurch, dass nicht selten verschiedene EVU beteiligt sind. An dieser Stelle eine Frage: wer entscheidet, ob ein Zug auf Anschlussreisende warten soll? Der Fahrdienstleiter? Oder das jeweilige EVU?

    Viele Grüße,

    Tim

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Tim,

      vielen Dank für dein Feedback zu deinen Bahnfahrten und den Bezug zu meinem Beitrag.
      Super, dass du das hier so ausführlich aufgeführt hast.

      Den Anschluss fragt das EVU bei den zuständigen Disponenten an und dieser schaut sich die Gesamtsituation an und sagt dann ob es klappt oder nicht.

      Beste Grüße
      Tim

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