5. November 2015

Mehr Bahn: Startup Locomore steigt in den Fernverkehr ein!

Mehr Bahn: Startup Locomore steigt in den Fernverkehr ein!

Ab 2016 startet die Locomore GmbH auf einer Strecke durch Deutschland und das sogar unschlagbar günstig. Der Fernverkehr auf der Schiene in Deutschland wird überwiegend von der Deutschen Bahn betrieben und auch angeboten. Immer wieder stoßen kleinere Unternehmen und nun auch Startups hinzu, die eine Alternative zu der Deutschen Bahn seien wollen. Das ist Locomore:

Das Bahnstart-Up Locomore bietet ab September einen täglichen Fernzug auf der Strecke Stuttgart-Berlin an. Bei einer Fahrzeit von 6,5 Stunden und modernisierten IC-Wagen mit kostenlosen WLAN und Steckdosen, sowie einem komplett auf regenerativen Energien basierendem Zugbetrieb, möchte Locomore eine günstige Alternative zum Fernverkehr der Deutschen Bahn, sowie den Fernbussen auf der Straße sein.

Locomore bedeutet mehr Bahn

Gründer Derek Ladewig betont, dass Locomore kein Konkurrenz-Produkt zur Deutschen Bahn sein soll. Sondern viel mehr ein Konkurrenz-Produkt für die Fernbusse. Die Schiene ist wertvoller und man möchte in Deutschland mehr Bahn anbieten, lautet die Devise. Die Strecke ist überschaubar. Es geht einmal täglich mit einem Zug von Stuttgart über Frankfurt, Hannover und Wolfsburg nach Berlin. Morgens hin und abends wieder zurück. Zudem werden auch kleinere Bahnhöfe wie Heidelberg, Darmstadt und Hanau angefahren.

Preise & Geschwindigkeiten

Die Geschwindigkeit beläuft sich, wie ihr euch bei IC-Wagen schon denken könnt, auf 200 km/h. Damit ist man ähnlich schnell, wie ein ICE auf der Strecke und natürlich um einiges schneller als ein Straßenverkehrsteilnehmer. Die Preise sind gigantisch niedrig. Für 22€ fährt man die komplette Strecke von Stuttgart nach Berlin. Für eine kürzere Strecke zahlt man lediglich 7€ und eine von Locomore selbsternannte „Mittellangstrecke“ kostet gerade mal 13€. Im Vergleich, sowohl zum Fernbus als auch zum Fernverkehr der Deutschen Bahn unschlagbar günstig.

Locomore, BahnStartup, Fernverkehr, Deutsche Bahn, Reisen, Stuttgart, Berlin

Die Zukunft von Locomore

Ab 2017 möchte das Bahnstartup auch noch weitere Strecken befahren. Das wichtigste sei aber erstmal der Start und die erste Strecke. Wenn das Angebot gut angenommen wird, kann man weiterplanen, so Ladewig. Doch ab wann macht Locomore eigentlich Gewinn? Bei 22€ für die lange Strecke hängt es meiner Meinung nach schon stark von der Auslastung ab, ob das Start-Up am Ende mit Gewinn nach Hause geht. Wir werden sehen wie sich das Projekt entwickelt. 

Mein Fazit

Ich bin ein Freund der Deutschen Bahn. Meiner Meinung nach sollte man den Fernverkehr der Deutschen Bahn überlassen. Doch Locomore ist kein Konkurrenzprodukt, es ist eine sinnvolle Ergänzung. Eine Alternative. Ich bin immer gespannt auf neue Dinge. Zudem befürworte ich den Einstieg von Locomore. Allerdings sollte man bedenken, dass dadurch das Schienennetz noch ausgelasteter ist. Zumindest auf der Strecke Stuttgart-Berlin.

Ebenfalls sehe ich ein Problem in Hannover. Kommt der Zug auch nur fünf Minuten später aus Richtung Göttingen, hat er direkt einen ICE vor und einen hinter sich. Je nach dem welches Gleis für die Startupbahn in Hannover vorgesehen ist, kann es auch hier zu Verspätungen kommen. Dennoch bleibe ich gespannt und schaue auf den August und den damit verbundenen Start von Locomore.

Was haltet ihr von Locomore? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare!

Mehr Infos zu Locomore

Bilder: Locomore

#Berlin#Fernverkehr#Locomore#Startup#Stuttgart
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
18 Kommentare
  • […] agiert, aber das Wort Konkurrenz hinkt hier gewaltig. Vielmehr sehe ich FlixTrain, genauso wie Locomore und den Hamburg-Köln Express, als Ergänzung für die Mobilität auf der Schiene bzw. auch als […]

  • N.Joeckel sagt:

    Wer nur noch elektronisch lebt, wird natürlich alles mögen, was per Internet ablaeuft.
    Das ist wohl die neue Religion.
    Dennoch bedeutet diese Art
    der Geldbeschaffung für den
    “innovativen” Bahnbetreiber
    überhaupt nichts für das
    weitere Geschäft als EVU.

    Sie als Bahnprofi (seit drei Jahren!) sollten sich doch mal mit den regulatorischen Vorgaben für die Zulassung als EVU beschäftigen. Die sind übrigens auch elektronisch zugänglich.

    • Tim sagt:

      Und es geht weiter! Ich fange wieder hinten an: Ich bin durchaus vertraut mit den Vorgaben für die Zulassung als EVU (weil sie elektronisch verfügbar sind.)

      Ich weiß auch nicht, wo ich gesagt haben soll, dass das Crowdfounding für einen innovativen Bahnbetreiber spricht. Wir werden sehen, was der September bringt.
      Super, dass sie das hier alles sehr kritisch betrachten, das macht die Sache sehr spannend.

      Was hat meine Zeit bei der Bahn damit zu tun, dass ich kein, ich zitiere “Bahnprofi” bin.

      Aber warum rechtfertigen, wenn Akzeptanz schwer fällt.

      PS: Ich habe mal einen Tipp: Beschäftigen Sie sich mal mit den Besonderheiten eines Blogs und den Vergleich zwischen Blog und Journalismus. Achja und immerhin bin ich so frei und bekenne mich zu dem was ich tue und zu was ich stehe. Sie geben ja nichtmal Ihren Namen an.

      Beste Grüße
      Tim Grams

  • N. Joeckel sagt:

    Der Beitrag klingt wie von einer Locomore-Veroeffentllichung abgeschrieben.
    Bahneuphorie mag ja ganz schön sein, aber muss man denn wirklich ungeprüft
    Dinge übernehmen und propagieren, die andere “vorgekaut” haben?
    Ein bisschen kritische Reflexion wäre am Platz gewesen.
    Etwa bei der Person des Geschäftsführers: Welches Eisenbahnunternehmen hat der denn bisher zum Erfolg geführt?
    Oder bei den anderen Leuten dieser Firma: Alles nur Heissluftproduzenten ohne professionellen Bahnhintergrund.
    Und bei den Fahrzeugen und Personalen: Alles nur angemietet, nichts im Firmenbesitz und die Lokführer von einer Agentur.
    Das ist wirklich eine tolle Firma und nichts davon wird hinterfragt.

    Wer ernst genommen werden will, sollte nicht und darf nicht einfach nur “nachbeten”.
    Das ist schlicht nur naiv.

    • Tim sagt:

      Guten Tag Herr Joekel,

      fangen wir mal hinten an. Ich brauche mir nicht anhören, wie man ernst genommen wird, denn ich werde bereits ernst genommen. Vielleicht nicht von Ihnen, aber dafür von vielen anderen.

      Ein bisschen kritische Reflextion wäre dann rechtens gewesen, wenn die Crowdfounding-Kampagne nicht geklappt hätte. Da sie aber geklappt hat, wir es ab September spannend auf der Schiene.

      Vielen Dank aber trotzdem für Ihren Kommentar.

      Mit freundlichem Gruß
      Tim Grams

    • Joachim sagt:

      Kommentare wie der von Herr Joeckel machen klar, warum »Start-Up« kein deutsches Wort ist: nach der vorherrschenden Meinung in Deutschland ist Erfolg nur denjenigen Beschieden, die bereits erfolgreich sind. Der Wortsinn des »Unternehmers«, der Neues und Riskantes unternimmt, wird verkannt – ein einmaliges Scheitern gilt als unumstößlicher Beweis unternehmerischer Unfähigkeit und verbaut jegliche Chance auf zukünftiges Vertrauen.

      Herr Joeckel steht mit seiner Meinung für die große Mehrheit der Deutschen. Diese Personen sind der Grund, warum Änderungen Deutschland meist erst erreichen, nachdem sie sich anderswo bewährt haben – und damit auch der Grund, warum so viele Deutsche (mich eingeschlossen) ihre Schaffenskraft anderswo einbringen, wo Risiko und Neuerungen nicht verlacht sondern geschätzt und gefördert werden.

  • Raphael Ohlms sagt:

    Gewinn muss ja nicht immer die Kapitalistische Idee sein, oder ? Der Mehrwert besteht doch in diesem Unternehmen aus 1. viele Menschen verbinden sich mit einer tollen Idee 2. Blick auf die Öko- Seite (grüner Strom, faires Essen und trinken) 3. Menschen können sich in “Themenabteilen” treffen. 4. Entschleunigung, nicht immer ist immer schneller sinnvoll !!!

    • Tim sagt:

      Hallo Raphael,

      vielen Dank für deine Meinung! Ich bin sehr gespannt, wie sich das Startup “Locomore” auf der Schiene macht.

      Beste Grüße
      Tim

    • Joachim sagt:

      Die genannten »Gewinne« wie Ökologie, Nachhaltigkeit, Themenabteile und Entschleunigung sind für die Kunden ja schön und gut – aber selbstverständlich muss das Unternehmen auch im kapitalistischen Sinne Gewinn machen, um die Kosten für Personal, Trassennutzung und das fahrende Material zu decken.

      Solange wir an der kapitalistischen Gesellschaftsform festhalten, liegt das nicht im Entscheidungsspielraum von Einzelpersonen oder Einzelunternehmen!

  • Andreas sagt:

    Ich denke mal das es Locomore sehr schwer haben wird .und was mich interessieren würde ist was für Lok und Wagenmaterial eingesetzt werden soll

  • Was man nicht außer Acht lassen sollte ist, dass auch Locomore das Netz der Deutschen Bahn nutzen wird. (Ist doch so, oder?) Deswegen werde ich in Zukunft verfolgen wie die Zusammenarbeit mit der DB aussehen wird und wie die fahrenden Züge in das System eingearbeitet werden. Wird man als Anschlusszug auf eventuell verspätete DB-Züge warten? Wird man (teilweise) DB-Tickets anerkennen? Ist überhaupt die Zusammenarbeit mit der DB gewünscht oder ist man nur der Nutzer des Netzes als solches? Auch interessiert mich wie das Start-Up-Unternehmen im Vergleich zur DB Fernverkehr in Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit abschneiden wird. In Sachen Netz haben beide ja die selben Voraussetzungen.

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag John,

      das Startup Locomore nutzt, wie auch DB Regio und DB Fernverkehr und mehr als 400 andere Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) in Deutschland, das Schienennetz der DB Netz AG. Die DB Netz AG sorgt für einen diskriminierungsfreien Netzzugang für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland. Damit ist aber nicht die Kommunikation der EVU untereinander gemeint. Da muss man sich selber, auch als Startup drum kümmern.

      Wir dürfen alle gespannt sein, was das Team von Locomore auf die Schiene zaubern wird.

      Beste Grüße
      Tim

  • Tobi sagt:

    Moin moin,
    also ich habe mir das jetzt aufmerksam durchgelesen und bin positiv überrascht und doch froh, auf diese Facebook-Werbung geklickt zu haben. Deine Ansichten gefallen mir dabei sehr gut, das reisen auf der Schiene muss weiter bestehen. Ob das Unternehmen letztlich Gewinn machen wird, hängt allein davon ab, wie der Zug ausgelastet wird. Gibt es bereits Pläne, welche Lok eingesetzt wird? Man kann da auch für Eisenbahnfreunde sicherlich eine gute Alternative finden und für den Anfang zur Auslastung auch was historischeres Verwenden (ich denke da z.B. an V200, E03, E10 usw). Noch eine andere Frage, wird Duisburg denn angefahren werden?
    Liebe Grüße und viel Glück!

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Tobi,

      freut mich, dass du auf meine Seite gestoßen bist und dir den Beitrag durchgelesen hast.
      Danke für dein Feedback zum Beitrag.
      Das Startup Locomore bekommt neue Loks. Woher, das kann ich dir nicht beantworten.
      Duisburg wird laut Fahrplan für 2016 von Locomore nicht angefahren.

      Ich hoffe, dass du diesen Weg auf meinen Blog nicht das letzte Mal gegangen bist.

      Beste Grüße
      Tim

  • Michael Dreher sagt:

    Hallo Tim,
    Wie sagt man so schön,Konkurrenz belebt das Geschäft, wenn auch Locomore sich nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung sieht.Wenn das Projekt klappt,kann es nur gut für den Kunden sein.

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Michael,

      ich stimme dir voll und ganz zu. So war es bei den Fernbussen und so wird es, sofern es denn erfolgreich verläuft, auch bei Locomore sein.

      Beste Grüße
      Tim

  • Edmund Gashi / Agilis Eisenbahnfan sagt:

    Hallo Tim,
    ich habe vor kurzem auch erfahren das Locomore aufs Gleis geht. Ich finde es gut, das der Fernverkehr nicht nur von der DB betrieben wird, da das denn Wettbewerb auf der Schien Fördert und die DB sich vielleicht mehr bemühen wird! Doch ob Locomore Gewinn macht? Es wird wohl so wie beim HKX (Hamburg-Köln-Express) sein. Der HKX wird sich ummelden lassen zum SPNV-Unternehmen um Subventionen zu erhalten und somit Gewinn zu erwirtschaften. Aber trotz allem wünsche ich diesem sympatischen Unternehmen einen guten Start und allzeit gute Fahrt!
    lG
    Edi

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Edi,

      Danke für dein Feedback zu meinem Beitrag. Ich kann dir nicht sagen, ob und wie Locomore Gewinn erwirtschaftet. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

      Beste Grüße
      Tim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.