16. Februar 2018

Kostenloser ÖPNV? Einmal durchatmen bitte! | Dein Bahn-Update

Kostenloser ÖPNV? Einmal durchatmen bitte! | Dein Bahn-Update

Gratis Bus und Bahn fahren? Dein Bahn-Update dreht sich diese Woche um die Vorstellung des kostenlosen ÖPNV in Deutschland, wozu es auch bereits einen Test in Essen gibt. Mit dabei ist diese Woche auch wieder ein anstehendes Bahn-Event.

Es ging ein kleiner Aufschrei durch die Republik als zu Beginn der Woche der kostenlose ÖPNV angekündigt wurde. Ach wäre das nicht schön, einfach ohne Ticket in die nächste Bahn oder den nächsten Bus einzusteigen?

Wo gratis drauf steht ist nicht immer gratis drin

Es wäre tatsächlich gut für das Autoland Deutschland, wenn mehr Menschen von den Straßen auf die Schiene wechseln würden. Im Stau stehen wir schließlich schon genug, oder?

Bleibt eigentlich nur die alles entscheidende Frage: Wer bezahlt das Ganze am Ende? Die Regierung selbst? Der Steuerzahler? Letzteres wohl eher. Und da sind wir schon beim Punkt: Würden wirklich so viele Menschen auf die Schiene umsteigen, wenn die Steuern angehoben werden?

Ich gehe sogar noch weiter: Wäre es nicht sinnvoller komplett wegzugehen von einem Gratis-Angebot und generell lieber zu einem günstigeren Angebot für den ÖPNV zu kommen um damit die Umwelt zu schützen? Steuern werden lediglich leicht angehoben und die Tickets werden grundsätzlich günstiger für alle im ÖPNV. Aus meiner Sicht klingt das deutlich näher an der Realität als ein „Gratis ÖPNV“.

Ordentlich Druck drauf

Die Bundesregierung steht ganz schön unter Druck und könnte mit dem Gratis-Angebot noch mehr unter Druck geraten. Die CO2-Belastung muss zwingend gesenkt werden um Fahrverbote zu umgehen und die Umwelt langfristig zu schützen.

Doch nehmen wir alleine den Hamburger Verkehrsverbund. Dieser erzielt durch Fahrscheinverkäufte jährlich 830 Millionen Euro. Nur der HVV! Würde man diese Kosten decken wollen, müsste man die Steuern, wie bereits gesagt, also drastisch anheben. Wird der Druck auf die Bundesregierung dadurch weniger? Nein!

Ein Mittelweg kann aus meiner Sicht nur die Lösung sein um mehr Menschen auf die Schiene zu bekommen und die Umwelt bestmöglich zu schützen.

Wie seht ihr dieses Thema? Ich bin gespannt auf eure Meinung – rein damit in die Kommentare!

Persönliche Fragen

Was habe ich diese Woche erreicht?

In der letzten Woche gab es für die Apple Watch eine neue Herausforderung. Die Challenge war folgende: Erreiche 7 Tage in Folge dein Trainingsziel von 30 Minuten. Am Mittwoch habe ich die Challenge erfolgreich abgeschlossen und dafür folgende Medaille erhalten. Ich mag solche sportlichen Herausforderungen!

Herausforderung auf der Apple Watch Herzmonat

Darauf freue ich mich in Zukunft?

Noch in diesem Monat erwartet euch ein neues Angebot auf Facebook. Dafür laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann ich euch in der kommenden Woche schon mehr dazu erzählen. Ich bin richtig gespannt und freue mich auf das Projekt!

Leseempfehlungen der Woche

Traumberuf Lokführer, Lokführer, Traumberuf, Deutsche Bahn, Weselsky, Deutschland, Bahn-Betrieb, Reisen, Rüdiger Grube

Anstehende Bahn-Events

Berufsinformationstag in Nürnberg – 24.02.2018

Im Rahmen der Veranstaltung haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, 15 spannende Berufe aus dem eisenbahnspezifischen, kaufmännisch-serviceorientierten oder gewerblich-technischen Beruf kennenzulernen.

Alle Infos kurz & knapp:

  • Ort: DB Trainingszentrum, Bahnhofsplatz 6, 3. Etage, 90443 Nürnberg
  • Uhrzeit: 10:00 bis 13:00 Uhr
  • Anmeldung: nicht erforderlich

Die Teilnahme ist gratis. Schau‘ einfach vorbei und finde den Beruf, der zu dir passt! Mehr Infos findest du hier.

Letzte Woche habe ich das Thema “Sitzplatzreservierungen in der S-Bahn” kommentiert (hier nachlesen!). Wenn dir “Dein Bahn-Update” gefällt, dann teile den Beitrag mit deinen Freunden. So können noch mehr Leute von den Informationen profitieren. 

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Bahn-Wissen auf der Tonspur im Bahnfunk-Podcast

Bahnfunk-Podcast, Bahn-Podcast, BahnfunkIm Bahnfunk-Podcast habe ich zusammen mit meinem Kumpel Lukas bereits über 50 Episoden zu unterschiedlichen Bahn-Themen aus dem Bahn-Sektor veröffentlicht. Auch dort veröffentlichen wir jede Woche “Die Bahn-Woche”, wo wir gemeinsam die Themen der Woche analysieren. Jetzt abonnieren und reinhören!

 


#Bahnupdate#ÖPNV
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
7 Kommentare
  • […] Woche habe ich das Thema „kostenloser ÖPNV in Deutschland“ kommentiert (hier nachlesen!). Wenn dir „Dein Bahn-Update“ gefällt, dann teile den Beitrag mit deinen Freunden. So […]

  • Fabian sagt:

    Wenn ich deinen Kommentar so lese, kommt es mir so vor, als hättest du dich mit dem Thema nicht so wirklich beschäftigt. Zum einen geht es nicht um einen kostenlosen ÖPNV, sondern um einen fahrscheinlosen. Dieser soll auch nicht eingeführt werden um CO₂ zu sparen, sondern um den Stickoxidgehalt und Feinstaub in der Luft – vor allem in Großstädten – zu senken. Auch deine Frage nach der Finanzierung ergibt keinen Sinn. Du fragst ob es die Regierung oder der Steuerzahler bezahlen soll. Die Regierung hat aber keinerlei „eigeneres“ Geld. Stattdessen nimmt der Staat Steuern ein, die vom Bundestag in einem Haushaltsplan verschiedenen Ressorts für verschiedene Zwecke zugeteilt werden. Die Frage der Finanzierung wäre also eher: Steuern oder Gebühren.
    Nach aktuellen Presseberichten nehmen die deutschen Verkehrsverbünde ca. 12 Mrd Euro durch Fahrscheinverkäufe ein. Wenn man jetzt allerdings bedenkt, dass allein durch Dieselsubventionen und das Dienstwagenprivileg ca. 11 Mrd. Euro ausgegeben werden und die Bundesrepublik derzeit einen Steuerüberschuss von min. 30 Mrd. Euro hat, könnte man den ÖPNV sich durchaus auch schon jetzt leisten, ohne dafür die Steuern zu erhöhen oder andere Gebühren zu verlangen. (Zumal dann als logische Konsequenz Kosten für den Ausbau von Straßen eingespart werden könnten, da diese weniger benutzt werden.)
    Ich bin allerdings auch der Meinung, dass ein besserer Weg wäre den ÖPNV auszubauen – sowohl in die Breite (Netzausbau) als auch im Takt – um so mehr Pendler zum Umsteigen zu ermutigen. Außerdem sollte man den Ticketjungle deutlich vereinfachen. Warum gibt es z.B. allein in Baden-Württemberg 22 Verkehrsverbünde.
    Darüber hinaus ist ein Problem beim fahrscheinlosen ÖPNV, dass er einfach zu erfolgreich ist, momentan aber gar nicht genug Kapazitäten frei sind, um die Mengen an neuen Fahrgästen – vor allem in der Rushhour – aufzunehmen.

    Realistisch betrachtet sehe ich allerdings nicht, dass sich in naher Zukunft irgendwas am ÖPNV ändert. Die Idee den ÖPNV für alle freizugeben stammt aus einem Brief dreier Minister an die EU, um Fahrverbote für den MIV zu verhindern. Bereits einen Tag später gab das Umweltministerium bekannt, dass einfach mal irgendwelche Ideen in Raum geworfen wurden, die fünf Modellstädte aber machen können was sie wollen (und das vermutlich auch selbst finanzieren müssen). Und was man auch beachten muss, auch wenn der ÖPNV fahrscheinfrei ist, haben Menschen außerhalb der großen Städte sehr oft keine Möglichkeit umzusteigen, weil oft nicht die Preis die Hürde ist, sondern die Erreichbarkeit, der Takt, die Fahrzeit etc.

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Fabian,

      Ich habe mich intensiv in den letzten Wochen mit dem Thema auseinandergesetzt. Es geht schon um kostenlosen ÖPNV, allerdings auch um einen fahrscheinlosen ÖPNV. Ich habe bewusst den Fokus in diesem Beitrag ziemlich provokant auf den kostenlosen ÖPNV gelegt, weil das aus meiner Sicht ein spannenderes Thema als der fahrscheinlose ÖPNV ist. Auch wenn der Staat kein „eigenes“ Geld hat, hat er trotzdem die Möglichkeit den Fluss des Geldes bei so einem Projekt zu steuern. Daher meine Aussage. Dass das Geld durchaus da wäre auch vollkommen klar. Die CO2 Einsparung wäre aber ein Resultat aus der Fokussierung auf den ÖPNV, da mit großer Wahrscheinlichkeit mehr und mehr Menschen das Angebot nutzen würden.

      Doch bevor man davon spricht sollte man erstmal eine Grundlage für einen kostenlosen ÖPNV schaffen. Mehr Gleise, grundsätzlich zuverlässigere Infrastruktur und entsprechendes Personal für die wahrscheinlich steigenden Fahrgastzahlen.

      Beste Grüße
      Tim

  • Carsten Posingies sagt:

    Für mich gibt es gleich mehrere Aspekte in dieser Diskussion, _bevor_ man sich überhaupt mit dem Thema Finanzierung befassen kann.
    1. Der “Verlust an Freiheit”, der mit dem Umstieg vom Individual- zum ÖP-Verkehr verbunden sein soll
    2. Der “Kontrollverlust”, den manche erwarten, wenn sie ihr Schicksal in die Hände eines anderen Menschen legen
    3. Zuverlässigkeit (aka. Pünktlichkeit) und Kommunikation und deren subjektive Auswirkungen
    4. Sicherheit, Sauberkeit, Bequemlichkeit

    Ich will keinen Ko-Aufsatz hier schreiben, darum fasse ich kurz.

    Zu 1 und 2: Je dichter das Netz des ÖPV ist, und je häufiger gefahren wird, desto mehr relativiert sich das Argument des Freiheitsverlustes. Klar, wenn “auf dem platten Land” an Wochenenden von A-Kaff nach B-Kaff nur morgens und abends eine Verbindung besteht und nach C-Stadt auch nur im 3 Komma X-Stundentakt, ist dieser Verlust an Individualität und Freiheit real. Ist ein wirklich etwa auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen brauchbares ÖPV-System jedoch auch in der Fläche etabliert und eingespielt, relativiert sich das Argument jedoch recht bald. Den angeblichen Kontrollverlust dadurch, dass man sich in die Hände von Technik und anderen Menschen begibt, sollten man mal dahingehend überdenken, was man denn macht, wenn man mit dem Auto ins Skigebiet fährt, sich aber dann ohne großes Nachdenken in den Skilift oder die Seilbahn schwingt. Oder in den Urlaub oder auf Dienstreise fliegt und dann ein Taxi nutzt.

    Zu 3: Was ist der Unterschied zwischen einem Anruf mit dem Inhalt: “Sorry, hier im Bahnhof ist eine Weiche eingefroren, ich weiß nicht, wann es weiter geht!” und einem mit dem Inhalt “Sorry, hier auf der Autobahn ist es spiegelglatt, ich stehen wegen einem Unfall im Stau und weiß nicht, wann es weiter geht!”? Richtig: im zweiten Fall hat es wenigstens Blechschäden gegeben und im schlimmeren Fall auch noch Verletzte. Dennoch empfinden viele Menschen den Erhalt eines solchen Anrufs je nach Inhalt als “Ja ja, die Bahn wieder, kaum ists unter Null draußen, kriegt sie nix gebacken…” oder als “Ja ja, das kenne ich, kann man nichts machen.” Es gibt noch einen Unterschied: Steht man im Stau, steht man im Stau. Friert eine Weiche ein oder gibt es eine andere Störung im Betriebsablauf, kümmern sich kompetente Menschen um eine Lösung. Ein Manko ist, dass die Probleme, die im Bahnbetrieb und allgemein im ÖPV auftauchen können, immer noch nicht schnell genug, nicht umfassend genug, nicht verständlich genug an die Kund/innen kommuniziert werden (können). Es fehlt Personal, es fehlt technische Infrastruktur, es fehlt aber auch an Wissen bei den Kund/innen. Und es fehlt an: Vertrauen! Das können wir uns aber nur erarbeiten.

    4. Sicherheit, Sauberkeit und Bequemlichkeit sind jedenfalls in meinen Augen die Dinge, an denen wir am schnellsten arbeiten könnten. Mehr Personal an Bahnhöfen und in den Zügen, aber, ja, auch mehr Videoüberwachung können helfen, und freilich auch weitere Schulungen des Personals. Zur Sauberkeit gehören, das liegt so sehr auf der Hand, das es trivial ist, zum Beispiel saubere, funktionsfähige (das heißt auch: frühzeitig genug entleerte!) und komplett ausgestellte WCs. Zur Bequemlichkeit und auch zur Sicherheit gehören genügend verfügbare Sitzplätze, funktionsfähige Türen und Rampen, genügend Platz für Gepäck, Kinderwagen, Fahrräder, Sportgeräte, Rollstühle, Rollatoren.

    Kurz und knapp: Geringere Preise oder gar kostenloser ÖPV hat erst dann einen Sinn, wenn wir (1) im Rahmen dessen, was wir haben, besser werden, dann (2) mehr Geld für die besagten Dinge einfordern. Dann steigt die Nachfrage von alleine auf ein so kritisches Niveau, das ein Umsteuern in der Politik unumgänglich wird. Und erst dann wird auch der Druck auf die Politik so sehr steigen, dass ein Umleiten von Geldern, die bisher in den Individualverkehr (Straßenausbau und -Sanierung, Subventionen hier und dort) geflossen sind, möglich wird.

    Vorab wäre es aber mal interessant auszuloten, was denn die Fahrgäste und in einer zweiten Runde alle Bürger/innen vom Schweizer Modell halten, dass also Fern- und Nahverkehr zusammenfinden und einander zuarbeiten, statt zu konkurrieren.

    • Tim Grams sagt:

      Hey Carsten, vielen vielen Dank für dein klasse ausführliches Feedback. Hat mir echt gefallen das ganze zu lesen. Vor allem bei Punkt drei bin ich zu 1000% bei dir. Es muss mehr passieren als nur zu sagen wir machen jetzt kostenlosen ÖPNV.

      Beste Grüße
      Tim

  • Nina Picasso sagt:

    Ich denke, ein kostenloser ÖPNV wäre machbar auf lange Sicht. Auf den ersten Blick sieht es unrealisierbar aus. Aber zieht man z. B. die Dieselbenzinsubventionen für Autos, die Folgekosten der Umweltschäden, Unfälle, Krankheitskosten durch Abgase, Straßenabnutzung, hoher allgemein sehr großer Infrastrukturbedarf (Straßen, Parkplätze, Garagen)…etc. ab, hat man schon ein paar Milliarden Euro übrig, um den Öffentlichen Nahverkehr weiter gut auszubauen inkl. mehr Fahrmaterial und Personal. Wichtig ist, dass die Taktzeiten und Reichweite in Stadt und im Ländlichen stimmen müssten.
    Es würde im Übrigen auch die Gefängniskosten für Schwarzfahrer einsparen, die in den meisten Fällen nur arme oder auch (psychisch) kranke oder im Leben gestrauchelte Menschen betreffen. Da wurde eine eingesparte Summe von 200 Millionen Euro genannt pro Jahr.
    In der Übergangszeit wäre ein Abo wie in Wien durchaus denkbar. Da kostet das Ticket 1 Euro/Tag > 365 Euro im Jahr im gesamten Netz.. Eine super Sache!
    Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt wäre auch, dass arme Menschen, Rentner usw., die sich sonst die Tickets nicht leisten können, wieder mehr soziale Teilhabe erfahren! Das widerum senkt Krankheitskosten wie Depression etc. – von mehr Menschenwürde abgesehen:-)

    • Tim Grams sagt:

      Hey Nina, danke dir für dein Feedback zu diesem Thema. Gute Ansätze hast du da mitgebracht, die sich bestimmt teilweise so umsetzen lassen. Doch die Frage ist, reicht das? Tragen das alle der Regierung mit und gibt es überhaupt noch Möglichkeiten in einzelnen Städten das ÖPNV-Angebot auszubauen?
      Ich selber bin gespannt, wie sich dieses Thema in diesem Jahr noch weiterentwickelt.

      Beste Grüße
      Tim

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