31. Juli 2015

Ich wohne im Zug und du? (#43)

Ich wohne im Zug und du? (#43)

In der Zeit der digitalen Nomaden kommt es immer häufiger vor, dass Menschen keinen festen Wohnsitz haben. Sie lieben die Unabhängigkeit und das „Frei sein“. Eine 23 jährige Studentin aus Bielefeld hat ebenfalls diesen Schritt gewagt. Die 43. Ausgabe meiner Kolumne über Leonie Müller. Eine digitale Nomadin, die im Zug lebt.

+++ Alle Ausgaben meiner Kolumne +++

“Ich bin freiwillig verrückt!”

Seit dem 1. Mai ist sie wohnungslos. Hat also keinen festen Wohnsitz und absolviert nebenbei ihr Studium in Tübingen. Mit einer BahnCard 100 bestückt macht sich Leonie Müller aus Bielefeld auf den Weg in ein großes, aber aus meiner Sicht großartiges Projekt. Der ICE ist seitdem ihr Wohnzimmer mit den unterschiedlichsten Ausblicken. Mehrere Tausend Bahnkilometer legt sie im Monat zurück und reist zu Freunden, die in unterschiedlichsten Städten in Deutschland zu Hause sind.

Auch die Familie kommt nicht zu kurz. Aktuell verbringt die digitale Nomadin eine Woche bei ihrer „WLANlosen“ Oma. Ok, natürlich lebt Leonie nicht komplett im Zug. Die Nachtzüge der Bahn hat sie mittlerweile zwar kennengelernt, aber dauerhaft ist das, auch auf Grund ihres Studiums, nicht umsetzbar. Dennoch wagt sie mit dem Projekt einen Schritt in das ungewisse, aber auch freie Leben einer Studentin.

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“Wherever you go, there you are!”

Es kommt aber auch nicht von ungefähr, dass Leonie so verrückt ist. Bereits im Jahr 2012 und 2013 war sie neun Monate auf Weltreise. War das der Grundstein für die Wohnungslosigkeit? Er hat bestimmt etwas damit zu tun. Was auf so einer Weltreise und bei solch einem verrückten Projekt natürlich nicht fehlen darf ist ein Blog, auf dem man seine Freunde und die Familie immer mit Bildern und Infos versorgen kann. Spätestens seit Mai ist der Blog nicht mehr nur noch für Freunde und Familie, sondern mit dem Start als digitale Nomadin auch interessant für Gleichgesinnte oder Interessierte!

Auf ihrem Blog „THERE YOU ARE“ erwarten euch mehrmals in der Woche tolle und ausführliche Reiseberichte. Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist die Interaktion mit den Lesern. Kommentare werden super ausführlich beantwortet, manchmal sogar in einem extra Blog-Beitrag. Sie schreibt ehrlich und mit einem gewissen Humor. Das macht sie sehr authentisch und nimmt den Leser vor allem mit auf die große Reise.

Köln, Hauptbahnhof, Reisen, Der bloggende Bahner, Deutsche Bahn

Der WOW-Effekt

Als mich Leonie vor kurzer Zeit angeschrieben und ihr Projekt vorgestellt hat, war ich echt baff. Ich dachte nur WOW, sie lebt im Zug! Einerseits total interessant, andererseits bestimmt auch eine große Herausforderung. Ich wollte mehr erfahren und ich denke, dass wollt ihr auch. Wir planen in den nächsten Tagen einige Konzepte, wie wir uns im Blog-Bereich gegenseitig unterstützen können. Ihr werdet also noch das ein oder andere mal von ihr hören.

Ich freue mich darauf und wünsche Leonie jetzt schonmal weiterhin viel Spaß und Erfolg bei ihrem Projekt. Ich bin gespannt, wo der Weg noch hinführt und ob es wirklich bei einem Jahr Wohnungslosigkeit bleibt!

Was sagt ihr zu Leonie? Könntet ihr euch auch vorstellen im Zug zu leben?

#BahnCard#Digitale Nomaden#Leonie Müller#Reisen#THERE YOU ARE
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
8 Kommentare
  • Mara sagt:

    Hallo Leonie,

    Großartig zu lesen, wie gerade eben in der Maxi, dass es dich gibt. Genauso wie du mache auch ich eine wohnungslose Phase durch und überbrücke mit Tagesreisen-/abenteuer meine Zeit. Als ich gerade deinen Artikel gelesen habe, fühle ich mich nicht alleine in dieser Phase. Ich weiß genau was du durchgemacht hast. Verrückt nennen dies viele… mir schnurz egal, denn es tut gut und jeder Tag ist anders. Ganz liebe Grüße!!!

    Freue mich wenn du mir eine Mail schreibst. Hast du nun eine Wohnung gefunden? Was hat sich verändert bei dir? Also ich würd mich freuen von dir zu hören wie es dir geht.

    M.B.

  • Australian Sue sagt:

    Hallo Leonie,
    ich hörte aus der Ferne von Deinem Projekt und habe mich darüber sehr gefreut, dass Du als junge Frau eine große Portion an Spaß, Neugierde, Mut, Disziplin und Experimentierfreude lebst. – Respekt!! und Schmunzel!-)
    Alles Gute, auf bald und herzlich warme Grüße aus dem niederrheinischen Outback sendet Dir
    Australian Sue.
    P.S.
    Natürlich werde ich Dein Buch lesen!-) Momentan lese ich “Bummel durch Europa” von Mark Twain.

  • Hey Leonie,

    super Sache! Ich hab dein Buch zwar nicht gelesen, aber ich kann mir vorstellen, dass die unvergesslichen Erfahrungen dein Leben positiv beeinflussen. Daumen hoch!
    Ich selbst wohne seit ein paar Monaten im Wohnmobil. Ich habe meine Wohnung in der Kölner City mit begehbarem Kleiderschrank und Whirlpoolbadewanne eingetauscht gegen meinen Camper und die Freiheit. Ich bin selbständige Unternehmensberaterin und versuche zum großen Teil ortsunabhängig zu arbeiten. Ich weiß, auch das ist kein Leben für alle. Aber für mich genau das Richtige. Mit unglaublichen Momenten, Begegnungen und Herausforderungen! Vielleicht sollte ich auch ein Buch darüber schreiben… 🙂

    https://www.instagram.com/carolin_worldoffice/?hl=de
    https://www.facebook.com/carolin.xyz

    Viele Grüße,
    Carolin

  • Stefan sagt:

    Hallo Leonie,
    hab mir grad dein Projekt in der ARD Mediathek angesehen. Wollte dir mal den größten Respekt aussprechen und viel Erfolg wünschen.
    ps: Für dein Ergebnisse wollte ich dir eben noch mitteilen das die Deutsche Bahn nicht der größte Arbeitgeber Deutschlands ist (=
    Lg Stefan

  • Hilde sagt:

    Hallo Leonie,
    meiner Meinung nach ist es kein Leben im Zug!!! Ständig bei Anderen schlafen, wohnen, und das angenehme einer Wohnung nutzen….. ist kein Leben im Zug!!! Das Ticket kostet zwar 4000Euro und Andere zahlen für dich die Miete etc. mit, na supi….. Für ein realistisches Leben im ZUG müsstest du dort wirklich alles machen, die augenblickliche Aktion ist über….
    Liebe Grüsse Hilde

  • Leonie sagt:

    Hey Henni,

    danke für den Hinweis!
    Wusste das von MC Rene noch nicht, werde das Buch mal lesen 🙂

    Ich denke was die Organisation angeht, ist das wirklich Typsache. Ich werde aber mal einen Artikel drüber schreiben und sage dann gerne Bescheid!

    In meinem letzten Wochenrückblick habe ich mir darüber Gedanken gemacht, inwiefern die Uni mein Projekt komplizierter macht. Schau doch mal rein:
    http://www.tyatravel.com/de/homeless-woche-67-was-mache-ich-hier-eigentlich/

    Besten Gruß,
    Leonie

  • Henni sagt:

    Das hat doch MC Rene auch gemacht, hat darüber auch ein Buch geschrieben: http://www.amazon.de/Rene-Alles-auf-eine-Karte/dp/3499629690

    Hat ein Jahr lang nur im Zug gewohnt .Find sowas echt cool, aber mit Studium, weiß nicht, irgendwie schwer dies alles zu regeln. Gerade Studium braucht irgendwie Ordnung.

    • Tim Grams sagt:

      Interessant Henni, das wusste ich noch gar nicht. Ja die Leonie legt noch einen drauf aus meiner Sicht. Denn das Ganze neben einem Studium zu meistern ist schon eine große Herausforderung!

      Grüße
      Tim

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