17. August 2017

41 Fakten zum ICE 4

41 Fakten zum ICE 4

Aktuell noch im Testbetrieb, aber ab Dezember schon im Regelbetrieb. Der ICE 4 bringt viel neues mit, verbessert allerdings auch bereits bestehende Komponenten aus seinen Vorgängern. Abteile jedoch vermisst man schon jetzt im ICE 4.

Um euch einen Überblick zu geben, habe ich die wichtigsten Fakten zum ICE 4 für euch zusammengefasst und aufgelistet. 

Das alles bietet der ICE 4

13.400 PS
Mit knapp 400 PS mehr als der ICE 1 und einer Kraft von 36 Porsche 911 kommt der ICE 4 auf die Schiene. Damit hat er die meiste Pferdestärke von allen ICE-Zügen der Deutschen Bahn.

346 Meter
Bei gleicher Wagenanzahl aber trotzdem mehr Sitzplätzen ist der ICE 4 ganze 12 Meter kürzer als der ICE 1.

12 Wagen
Die zwölf Wagen werden angetrieben durch sechs sogenannte Powercars.

830 Sitzplätze
Mit dieser Anzahl der Sitzplätzen hat der ICE 4 die größte Anzahl der Sitzplätze unter allen ICE-Zügen in Deutschland. Damit rüstet sich die Deutsche Bahn für weitere Fahrgastrekorde.

1. Klasse im ICE 4 der Deutschen Bahn

Sitzplätze 1. Klasse
In der 1. Klasse finden 205 Kunden einen Sitzplatz.

Sitzplätze 2. Klasse
In der 2. Klasse bietet die Deutsche Bahn rekordverdächtige 625 Sitzplätze an.

Neigewinkel 2. Klasse
In der zweiten Klasse lässt sich die Rückenlehne 32° Neigen und passt sich so dem Rücken an.

Neigewinkel 1. Klasse
In der ersten Klasse geht es noch ein wenig komfortabler. Hier liegt der Neigewinkel der Sitze bei 38°.

Nicht weniger Platz
Im Vergleich zum ICE 3, dem Flaggschiff unter den ICE-Zügen der Deutschen Bahn, gibt es von der Beinfreiheit als auch vom Komfort keinerlei Einschränkungen.

44 Türen
An den Triebköpfen erwartet euch nur eine Tür, ansonsten stehen pro Wagen, wie gewohnt, zwei Türen zum Ein- und Aussteig zur Verfügung.

250 km/h
Der ICE 4 ist nicht der schnellste, allerdings mit seiner Geschwindigkeit immer noch sehr gut unterwegs und auch zukunftssicher für die deutsche Schieneninfrastruktur aufgestellt. Mehr zu diesem Thema!

Fahrradstellplätze im ICE 4 der Deutschen Bahn

8 Fahrradstellplätze
Neben dem InterCity bekommt nun auch wieder ein InterCity-Express mit Fahrradstellplätzen auf die Schiene. Der ICE T, welcher bereits mal Fahrradstellplätze verbaut hatte, soll auch wieder mit diesen Plätzen ausgebaut werden.

WLAN
Der ICE 4 wird von Anfang an mit WLAN-Routern der neusten Generation ausgeliefert. In punkto Internet ist die Deutsche Bahn damit gut aufgestellt. Mehr Infos zum WLAN im ICE.

Mobilfunk / Telefonie
Aktuell werden alle ICE-Züge mit Mobilfunkrepeatern ausgestattet. Der ICE 4 kommt aus dem Werk direkt mit diesen Repeatern an Bord. Dadurch ist es möglich zuverlässiger im Zug, während der Fahrt bei 250 km/h, zu Telefonieren oder auch auf das mobile Datenvolumen zurückzugreifen.

Platz für Gepäck
Die Gepäckablagen sind im gesamten Zug großflächig über den Sitzen verteilt und bieten reichlich Platz für das Gepäck. Durch Gepäckregale zwischen den Sitzen, die mit einer Breite von 60 bis 180cm verbaut sind, findet garantiert jeder Koffer seinen Platz.

2. Klasse mit Gepäckablage im ICE 4 der Deutschen Bahn

4 Rollstuhlplätze
Mit dieser Anzahl an Rollstuhlplätzen setzt der ICE 4 neue europäische Standards. An diesen Plätzen lassen sich die Tische beliebig in der Höhe anpassen.

2 Hublifte
In dem Wagen, wo sich die Rollstuhlplätze befinden, sind auf jeder Seite eine Hubrampe installiert, die das „einrollen“ für Rollstuhlfahrer vereinfacht.

Taktiles System
Für Reisende mit Seheinschränkungen wurde ein taktiles Wegeleitsystem angewendet. Durch Tasten und Fühlen findet man ohne Schwierigkeiten seinen Sitzplatz.

22% weniger Energie
Pro Sitzplatz spart der ICE 4 im Vergleich zum ICE 1 22% Energie und zahlt damit auf die Umweltfreundlichkeit der Bahn ein.

Ersatz für ICE 1
Der ICE 4 wird in den kommenden Jahren den bereits über 25 Jahre alten ICE 1 ersetzen. Auch eine Ersatz einiger ICE 2-Züge ist möglich.

Keine Abteile
Nachdem bereits beim ICE 3 Redesign in der 2. Klasse alle Abteile weggelassen werden, gibt es im ICE 4 gar keine Abteile mehr.

Kleinkindabteil
Im ICE 4 gibt es natürlich auch wieder ein Kleinkindabteil. Dieses wurde moderner gestaltet und bietet nun auch mehr Platz für Kinderwagen und Gepäck.

Mehrsprachigkeit
Mit fünf sprachigen Banderolen findet jeder seinen Bereich und Sitzplatz.

Mehr Informationen
Um während der Fahrt immer auf dem aktuellsten Stand und auch am kommenden Bahnhof über Anschlüsse informiert zu sein, gibt es im ICE 4 pro Wagen sechs Monitore mit genau diesen Informationen.

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Neue Sitzplatzreservierung
Leider gibt es noch kein neues System für die Sitzplatzreservierung, aber zumindest die Anzeigen wurden schonmal neu ausgerichtet. Diese sind nun in der Kopfstütze der Sitze am Gang zu finden und werden größer dargestellt.

Gewicht
Mit 670 Tonnen Leergewicht ist der ICE 4 100 Tonnen leichter als der ICE 1.

Kinderwagenplätze
Im ICE 4 ist ordentlich Platz für Gepäck, aber auch für die Kinderwagen. Insgesamt sind im neuen Zug drei Stellplätze vorhanden.

Familienbereiche
Platz für jede Familie. Im neuen ICE 4 gibt es auch größere Familienbereiche mit insgesamt 16 Plätzen (4×4).

Red Dot Design Award 2015
Bevor der ICE 4 überhaupt auf der Schiene zu sehen war, wurde er bereits im Jahr 2015 mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.

German Design Award 2016
Nur ein Jahr später kam dann die nächste Auszeichnung. Auch der German Design Award ging 2016 zugunsten des ICE 4.

Neu gestaltetes Bordrestaurant
Auf den ersten Blick wirkt es an der Oberfläche vergleichbar mit allen anderen ICE-Zügen mit Bordrestaurant. Die Details, wie Lederbezüge, aber auch Wand und Deckenfarbe wurden minimal angepasst und lassen das Bordrestaurant moderner wirken. Ingesamt können im Bordrestaurant vom ICE 4 22 Personen Platz finden.

Bordbistro im ICE 4 der Deutschen Bahn

Neues Bordbistro
Im Bordbistro vom ICE 4 sind die Veränderungen auf den ersten Blick direkt ersichtlich. Mit einer offenen Glasvitrine werden die Angebote im Bistro direkt präsentiert und alles wirkt, genauso wie im Bordrestaurant, sehr modern und offen.

Lichtkonzept
Im ICE 4 kommt erstmalig in der Geschichte der ICE-Züge ein innovatives Lichtkonzept zum Einsatz, was sich der Tageszeit anpasst. Morgens ist es aktivierender als Abends. Die Farben können zudem individuell eingestellt werden. Von Pink bis Grün ist alles dabei. Diese Farben werden aber wohl weniger zu Einsatz kommen.

Klimaanlage
Mit einer „doppelten“ Klimaanlage, kann der ICE 4 Temperaturen bis 45°C standhalten. Sollte eine Klimaanlage ausfallen, kann der Zug immer noch mit Hilfe der zweiten Klimaanlage klimatisiert werden.

7 Wagen
Der ICE 4 kommt neben der zwölfteiligen Option auch in einer siebenteiligen Variante.

Kaum langsamer
Die Version mit sieben Wagen hat eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und ist damit so schnell wie ein ICE T.

Auch viel Platz
Die kürzere ICE 4 Version hat innerhalb der sieben Wagen 456 Sitzplätze.

IC-Ersatz und Ergänzung
Ab 2020 wird der „kleine“ ICE 4 die 1. Generation der InterCity-Züge ersetzen.

ICE 4 Bestellungen (Stand Q3/2017)
Aktuell wurden von der Deutschen Bahn bei Siemens 130 ICE 4-Züge bestellt. Eine Erweiterung der Anzahl ist ebenfalls vertraglich geregelt.

Investitionskosten
Die 130 ICE 4-Züge haben eine Investition von 5,3 Milliarden Euro zur Folge.

Von Jahr zu Jahr mehr

Mit dem ICE 4 kommen zahlreiche neue Triebzüge auf die Schiene. Aktuell ist der neue Zug zwischen Hamburg und München im Testbetrieb. In den kommenden Jahren werden wir den ICE 4 immer häufiger auf der Schiene sehen. In der 12-teiligen Variante zuerst und im Anschluss wird dann der kürzere ICE 4 mit 7 Teilen folgen.

Was sagst du zu den Fakten rund um den ICE 4? Lass es mich wissen und lass uns darüber sprechen und diskutieren in den Kommentaren.

Mehr Informationen zum ICE 4:

Alle Fakten ausführlich erklärt und dargestellt – hier nachlesen!
Warum der ICE 4 mit 250 km/h kein IC ist – hier nachlesen!

#Fernverkehr#ICE 4
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
22 Kommentare
  • Alles prima, aber die neuen Sitze sind einfach dämlich. Von Neigung sollte man gar nicht mehr sprechen, weil sich ja auch nichts mehr neigt. Man kann zu Lasten der Kniefreiheit mit dem Sitz etwas nach vorne rutschen und die halbe Rückenlehne geht innen mit. Und wer ist auf die bescheuerten „Ohren“ mit dem Kissen gekommen? Also wirklich …

    Aber ganz sicher ist der Sitz preiswert.

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für dein Feedback zu diesem wichtigen Thema. Die Beinfreiheit hat sich lediglich minimal im Vergleich zum ICE 3 verringert.
      Bei den Sitzen hat die DB das Problem erkannt und wird dort nochmal nachsteuern und entsprechend verbessern.

      Die Ohren an den Sitzen finde ich sehr gut.

      Beste Grüße
      Tim

  • Frank sagt:

    Guten Morgen,
    also mir gefallen die von dafür dargestellten Eckpunkte zum ICE4 sehr gut. Gerade die größeren Gepäckablagen insbesondere zwischen den Sitzreihen, können gerade für körperlich eingeschränkte und ältere Menschen einen deutlichen Gewinn an Reiskomfort darstellen.
    Die kritisierten Sitze müsste ich selber mal testen um da näheres sagen zu können, wobei solche Wahrnehmungen ja doch sehr Personenabhängig sind.
    Warum sich jemand über die geringe Endgeschwindigkeit beschwert erschließt sich mir nun wirklich nicht. Gerade vor dem von Dir beschriebenen Hintergrund, dass es nur wenige Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt. Kannst Du sagen auf welchen Strecken die Züge momentan Testweise eingesetzt werden?

    Beste Grüße aus Bremen
    Frank

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Frank,

      Danke für dein tolles Feedback zum ICE 4. Freut mich zu lesen. Ich gehe voll und ganz mit, wenn du sagt, dass die Sitze eine persönliche Einschätzung sind. Bin auf deine Meinung dazu gespannt.

      Aktuell ist der ICE 4 auf der Strecke Hamburg – München mit drei Zügen im Testbetrieb. Der Regelbetrieb startet im Dezember.

      Beste Grüße
      Tim

      • Frank sagt:

        Hallo Tim,
        Da ich in Bremen lebe wäre es interessant zu wissen ob die ICE 4 aus Hamburg dann Züge sind die in Hannover mit denen aus Bremen zusammengekoppelt werden. Weiß jetzt leider nicht ob auch alle ICE aus Hamburg mit ICE ab Bremen gekoppelt werden.

        Gruß Frank

        • Tim Grams sagt:

          Hey Frank,

          Der ICE 4 fährt von Hamburg nach München als 12-teiliger ICE durch. Er wird nicht entkuppelt bzw. gekuppelt. Ob der ICE4 auch mal in Bremen Hallo sagt, steht aktuell noch nicht fest.

          Beste Grüße
          Tim

  • Toller informativer Artikel.
    Viele Neuerungen finde ich sehr gut (z.B. Sitze mit großen Ohrenbacken, Mehrzweckbereich, Bordbistro, Energieeinsparung…)
    Zwei Dinge stören mich aber massiv.
    1. Die vielen Wandfensterplätze, d.h. als „Fensterplätze“ vermarktete Sitzplätze die in Wahrheit fast komplett vor einem Fensterbalken sind.
    2. Keine Abteile. Im Großraum in der 2.Klasse ist gerade 10 Minuten vor und 5 Minuten nach Bahnhöfen sehr viel Unruhe. Wenn ich mich im Zug entspannen möchte, gehe ich deshalb gerne in ein Abteil. Das das im ICE4 (und inzwischen auch ICE3) nicht möglich ist, empfinde ich für mich als deutliche Verschlechterung des Reisekomforts.
    Um die gleiche Sitzplatzanzahl mit Abteilen noch zu erhalten, wäre sicher ein zusätzlicher Wagen notwendig. Schade, dass es das der DB nicht Wert war.
    Viele Grüße Tobi

    • Tim Grams sagt:

      Hi Tobi,

      Vielen Dank für dein sehr ausführliches Feedback zum ICE 4.

      Freut mich, dass dir die Neuerung bis auf zwei Ausnahmen gefallen. Deine Einwände kann ich durchaus verstehen. Möchte auch gerne Bezug darauf nehmen.

      Zu den „Fensterplätzen“: Ich finde es auch ärgerlich, wenn ich einen Fensterplatz habe und es am Ende alles andere ist als ein Fensterplatz. Wichtig sind zwei Dinge: Auf der einen Seite wäre es wichtig, dass man diese Plätze bei der Buchung und Reservierung einsehbar sind. Auf der anderen Seite sind diese Balken für die Stabilität der Karosserie. Da die Abteile wegfallen und auch wenig bis keine Verstrebungen verbaut sind, war das am Ende wahrscheinlich so notwenig. Leider.

      Zu den Abteilen: Auch diesen Einwand kann ich verstehen. Es gibt sowohl die Reisenden, die gerne im Abteil unterwegs sind, aber ich diejenigen denen das egal ist. Von welcher Gruppe es mehr gibt, kann ich dir nicht sagen, aber man hat es nicht gemacht um Kunden zu ärgern.

      Nochmals Danke.

      Beste Grüße
      Tim

      • Lieber Tobias,

        du hast recht: in Abteilen hat der Reisende mehr Ruhe, außerdem“wirkt“ der Zug nicht so voll wie im Großraum, wo sich einfach viel mehr Leute tummeln. Da ist immer was los – und ich würde sagen, nicht nur beim Ein- und Aussteigen.

        Auch als Familie (oder kleine Gruppe) zu fünft haben Abteile den Vorteil, dass man zusammen sitzen kann. Im Großraum geht das nicht und einer oder zwei sitzen immer „extra“.

        Noch entscheidender ist aber, dass man im Abteil mehr Platz hat. Die Beine kann man wunderbar schräg ausstrecken, ohne dass man mit dem Gegenüber ins Gehege kommt. Und im Abteil sitzen gerade mal sechs Leute auf einer Fläche, wo im Großraum acht Leute untergebracht werden. Das ist auch der Grund, warum die Bahn die Abteile nach und nach abschafft: es können mehr Leute transportiert werden.

        Der Kunde hat nicht mehr die Wahl, ob er Abteil oder Großraum reisen möchte.

        Also: früher konnte man reisen, heute wird man möglichst schnell von A nach B transportiert bei maximalem Erlös …

        Viele Grüße,
        Markus.

      • Danke Tim für deine interessante Antwort.
        Finde ich gut, dass auch kritische Stimmen hier willkommen sind.
        Das es die Balken braucht, damit die Karosserie Stabilität hat, verstehe ich vollkommen. Was ich aber nicht verstehe, warum es bei vielen Fahrzeugen (v.a. Älteren) wie z.B. den IC1-Wagen geklappt hat, vor 1 Fenster entweder zwei 2er Sitzreihen oder eine 4er Sitzgruppe zu platzieren und bei anderen Fahrzeugen wie dem ICE4 oder Talent2 ist vor einem Fenster 2,5 2er Sitzreihen, sodass das ganze unstimmig ist. Das da Innen- und Außenarchitekten nicht zum Wohle des Kunden sich besser abstimmen, finde ich nicht gut.

        • Tim Grams sagt:

          Hey Tobi,

          Natürlich sind auch kritische Stimmen hier willkommen. Du begründest deine Meinung immer sehr gut, deswegen kann man dir auch sehr gut in deiner Argumentation folgen.

          Warum das bei anderen Fahrzeugen geklappt hat: Die Höchstgeschwindigkeit für die die Wagen ausgelegt sind, sind ein entscheidender Faktor für die Stabilität in der Karosserie und somit auch für den Standort der Balken. Auch berücksichtigt wird die Anzahl der Plätze in einem Wagen. Manchmal ist eine Anordnung leider nicht anders möglich.

          Gehe aber mit, dass man im Jahr 2017 auch auf sowas achten sollten und glaube auch das es technisch und vom Bau der Wagen möglich wäre das eventuell anders zu bauen.

          Beste Grüße
          Tim

  • Simon Jungermann sagt:

    Hallo Tim,

    danke für den informativen Artikel.

    Wir sind im Juli ein zweites Mal mit dem ICE 4 gefahren. Diesmal eine längere Strecke von München nach Kassel.
    Diesmal hat uns die Fahrt leider nicht so gut gefallan.
    Der Hauptgrund: Der Gang in der zweiten Klasse ist viel zu schmal. Wenn man am Gang sitzt, bekommt man ständig den Hintern oder sonstwas von Zugbegleitern und Passagieren an den Kopf. Passagiere mit älteren Koffern, die man noch quer durch den Gang zieht, passen kaum durch, bleiben also an jeder Armlehne hängen. Welcher Ingenieur hat das geplant? Einer, der nie verreist?
    Der zweite Grund war ein seltsames Knarzen aus Richtung Fensterwand. Wir hatten im Bereich des hinteren Radsatzes in Wagen 3 in Fahrtrichtung rechts gesessen. Auf Dauer ist man fast wahnsinnig geworden.
    Der dritte Grund: Die Klimaanlage pustet in Schüben extrem kalte Luft in den Fahrgastraum. Das war zwischendurch dadurch extrem eisig.

    Ansonsten ist der Zug sehr schön, vor allem die Sitze gefallen mir. Und die Laufruhe, wenn man vom Knarzen bei uns absieht ;-), ist einfach fantastisch. Außerdem kamen wir wieder überall zu früh in den Bahnhöfen an. 👍🏼

    Viele Grüße aus Nordhessen
    Simon

    • Tim Grams sagt:

      Hi Simon,

      vielen lieben Dank für deine offene und transparente Antwort zum ICE 4.
      Kann deine Einwände und Bedenken nachvollziehen. Der Platz im Gang ist tatsächlich bedenklich. Am Knarzen während der Fahrt wird bereits gearbeitet. Auch an der Klimaanlage wird noch etwas getan, bevor der Zug im Dezember in den Regelbetrieb geht.

      Zum Abschluss stimme ich dir natürlich auch zu, dass die Sitze und die Laufruhe auch aus meiner Sicht extreme Vorteile für den Zug sind. Danke dir.

      Beste Grüße
      Tim

  • Frank Wessel sagt:

    Was mich aufhorchen ließ, ist die Nachricht, dass der ICE-T sein Radabteil zurückbekommen soll. Das wäre super, und es kann eigentlich kein Problem sein, man sieht ja sogar noch die Löcher für die Schrauben an der Abteilwand.
    Gibt es schon einen Terminplan, wann diese Fahrradplätze wieder eingebaut sein sollen?
    Frank

    • Tim Grams sagt:

      Hey Frank,

      es ist aktuell noch ein Gerücht, aber die Vermutungen verdichten sich immer weiter.
      Wann es soweit sein wird, weiß ich leider nicht bzw. steht einfach noch nicht fest.

      Beste Grüße
      Tim

  • Moin, alles wirklich ganz toll, aber was nützt der schönste, schnellste usw. Zug wenn das Schienenbett ist fast ganz Deutschland alt und marode ist und ich heute schon ca. 20 Minuten länger von FRA nach HH brauche als vor 10 Jahren??? Oder liege ich da falsch?? Bin seit meiner Kindheit begeisterter Bahnfahrer (damals noch Dampflok und 3. Klasse), kein Auto, kein Führerschein!

    • Tim Grams sagt:

      Hey Jürgen,

      Vielen Dank für dein Feedback.
      Ich stimme dir zu: Zuerst braucht man einen intakte Schieneninfrastruktur bevor man Züge schnell fahren lassen kann. Da hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Der ICE 4 wurde bewusst nur mit 250 km/h ausgestattet, da das System Schiene kaum mehr hergibt. Ich kann dir nicht sagen, ob man früher schneller unterwegs war. Heute spielen andere Punkte auch eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel die Anbindung vieler Städte an den Fernverkehr. Dadurch ist es kaum möglich oder auch nötig eine höhere Geschwindigkeit zu fahren, da man sonst direkt wieder herunterbremsen müsste.

      Weiterhin gute und sichere Reise.

      Beste Grüße
      Tim

  • Steffen Holstein sagt:

    Hallo ihr,

    so modern der Zug wirkt und im Bistro sogar der Filterkaffee frisch gebrüht werden kann, desto schade finde ich es unbebequeme harte Sitze gerade im Fernverkehr einzubauen.

    Die harte Rückenlehne erinnert an die neuen Grammersitze wie sie beim 442 oder KISS zum Einsatz kommen. Für Langstrecken finde ich es nicht schön.

    • Tim Grams sagt:

      Hi Steffen, wie bereits auf Facebook gesagt: Das „Problem“ mit den Sitzen ist bekannt. Daran wird bereits gearbeitet und es wird sich noch etwas tun.

      Beste Grüße
      Tim

  • Knut sagt:

    Hallo Tim !
    Es ist schon schwer, es Allen recht zu machen. Geschmack ist eigentlich noch sehr individuell obwohl ihn die Industrie schon sehr erfolgreich vereinheitlicht. Aber bei der Funktionalität kommen die Leute schon dichter zusammen.
    Auch ich bin schon ICE 4 gefahren. Der erste Eindruck wenn man den Wagen betritt – Toll! Die Wagen sind im modernen Industrielook Glas, Metall, Lichtgrau und alles lichtdurchflutet. Der Wohnzimmerefekt ist weg. Das macht schon Eindruck.
    Aber dann muss man den Wagen betreten und dann kommt die Funktionalität ins Spiel.
    Sicher wenn die zugestiegenen Leute sich durch die Gänge kämpfen schauen sie nach unten. Es liegt also nahe die Sitzplatzanzeige auch nach unten rutschen zu lassen. Doch leider wurde diese gute Idee ganz billig umgesetzt. Dadurch, dass die Gänge in der zweiten Klasse superschmal sind, kann man die Anzeige nur lesen wenn den Kopf direkt auf Anzeigenhöhe hält und einen Schritt hinter oder vor der Anzeige steht. Dies spart keine Zeit sondern kostet Zeit.
    Die Sitze habe in der Höhe gut abgestimmte stabile Griffe. Dort kann man sich sehr gut festhalten. Nur der Sinn erschließt sich mir noch nicht so richtig. Es sei denn, die Deutsche Bahn plant wellige Schienen mit in Gängen gestapelte Fahrgästen.
    In den Sitzen mit diesen ausgeformten Ohren könnte man wunderbar schlafen wenn nicht das helle Licht wäre. Gleichzeitig ist es ein super Licht wenn man arbeiten will. Ja – was will man nun, schlafen oder Licht. Beides funktioniert nicht so wirklich. Die Leselampen in der ersten Klasse sind da wirklich nur noch zur Attrappe und zum Strom verbrauchen, zur CO2- Produktion und die Leute, die den doppelten Fahrpreis zahlen, zu bauchpinseln. Einen echten Nutzen gibt es nicht. Das Licht geht in der gesamten Ausleuchtung unter.
    Die veränderbare Beleuchtung, oder besser biodynamische Beleuchtung ist genau so eine geldschneidente Einrichtung. Wenn sie richtig funktioniert bekommte es keiner mit. Somit bekommte es auch keiner mit wenn sie kaputt ist. Das Zeug muss regelmäßig gewartet werden, so richtig mit Spektralanalyser und Ströme messen und kalibrieren für alle verbauten Farben – also immense Wartungskosten.
    Das macht und hat seinen Sinn in Leitwarten, 24h-Hochleistungsbüros, 24h-Werkstätten und unterirdische Bunkeranlagen aber nicht in einem Zugwagen wo die Fahrgäste zum Fenster raus schauen, sich nett unterhalten oder auf ihren Laptop schauen. Weiterhin bringt die schmale Lichtleiste im Vergleich zur Standardbeleuchtung so wenig Licht, dass die Wirkung auch hier untergeht. Wenn man nun in der Konsequens die Farben sichtbar durchlaufen lässt, wirkt das ganze wieder kitschig.
    Früher hat man das Licht eingeschaltet, knips da war es an. Heute fährt man es mit dem Computer hoch. Dumm ist nur, das Ergebnis ist heute das gleiche wie früher. Wir haben einfach zu viel Geld.
    Wenn ich mir die von der Deutschen Bahn in Eigenregie gestalteten Toiletten des ICE 1 und 2 anschaue, einfach toll! Wenn ich mir die Toiletten im ICE 4 anschaue, ich weis nicht. Wenn sich der erste überwältigende Eindruck über die modernen lichtdurchflutenden Designelemente gesetzt hat bemerkt man, es ist und bleibt ein Loch in dem man sich kaum bewegen kann.
    Wenn man in dem ICE 1 in das Bordrestaurante mit seinem Panoramadach gekommen ist, das war irgendwie überwältigend. Diesen Eindruck kann man mit noch soviel Goldkanten und Lichtleisten einfach nicht wett machen. Das in dem ICE 4 die besten WLAN-Router und Mobilfunkrepeater verbaut sind, ist schon Klasse. Das Problem – die Bahnlinien führen nicht direkt durch die Großstädte sondern mehr durch die Pampa. Wie sieht es denn mit dem Ausbau an den Strecken aus? Denn aus einem bescheidenen oder gar kein Signal kann auch der beste WLAN-Router oder Mobilfunkrepeater kein 4G-Signal zaubern.
    Dass die vielen Fensterstege sein müssen wegen der Stabilität bei den hohen Geschwindigkeiten ist doch wohl ein bischen schön geredet. Der ICE4 fährt 250 km/h und muss wegen der hohen Geschwindigkeit versteift werden und der ICE1 fährt 280 km/h und braucht das nicht. Irgend wie passt hier etwas nicht.
    Als Resümee für mich kann ich sagen der ICE4 ist ein moderner mit viel modernen und teuren Designelementen ausgestatteter ICE, der aber an dem Grundgerüst deutlich die Sparmaßnahmen der Deutschen Bahn erkennen lässt. Wie schon immer in der Werbung dokumentiert wird ist er auf Masse konzipiert. Das merkt man natürlich auch bei der Beinfreiheit. Gerade auf langen Strecken zählt bei so optimierten Sitzen jeder Millimeter.
    Die Sitze scheinen eine Standardhöhe wie sie in allen ICEs und auch in Flugzeugen verbaut sind, zu haben. Für mich sind sie einfach für eine erholsame Fahrt zu niedrig. Wenn die Sitzfläche eine Handbreit oder 2cm höher wären würde ich viel entspannter sitzen. Aber muss ich mich wohl der Mehrheit anpassen.
    Dann schauen wir mal ob der ICE4 auch so lange fährt wie der ICE1. Denn was lange hält bringt bekannlich für die Industrie kein Geld.
    Bis bald Knut

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Knut,

      Vielen Dank für dein sehr ausführliches Feedback. Ich möchte es auch entsprechend ausführlich beantworten und einiges klar stellen.

      Die Sitzplatzreservierungsanzeigen konnte ich auf meinen Reisen immer sehr gut lesen. Auch von etwas weiter entfernt ohne meinen Kopf zu neigen oder mich zu Bücken. Ich bin 1,83m groß. Ich glaube allerdings, dass sowohl das System an den Gepäckablagen seine Vorteile hatte, als auch das das neue System in den Kopfstützen der Sitze Vorteile hat.

      Die Griffe sind da genau richtig. Das hast du gut festgestellt. Es geht nicht darum kurvige Strecken zu bauen, sondern einen stabilen Halt zu bieten für alle Kunden. Wenn eine Weiche befahren wird, dann kann man während man durch den Gang läuft schonmal schwanken.

      Leselampe = Doppelter Fahrpreis. Wenn das so wäre würde ich dir zustimmen. Allerdings bekommst man in der 1. Klasse mehr als nur eine Leselampe.

      Die Beleuchtung ist definitiv noch nicht ausgereift und am Ende. Da wird noch einiges angepasst. Unteranderem auch das von dir angesprochene Thema: Schlafen bei diesem Licht? Das wird bei vollständiger Funktionalität des Lichtsystems besser klappen. Das macht natürlich Sinn, weil ein ICE von morgens um vier bis nachts um eins unterwegs sein kann.

      Die Toiletten finde ich deutlich angenehmer und deutlich ansprechender gestaltet. Wirklich mehr Platz hat man nur im ICE 1.

      Bei dem WLAN & Mobilfunk gehe ich voll und ganz mit dir. Die Internetsituation in den Zügen hat sich seit Anfang des Jahres sehr stark verbessert. Es funktioniert immer besser und immer unterbrechnungsfreier. Für den Ausbau an den Strecken ist leider nicht die Bahn verantwortlich, sondern vielmehr die Mobilfunkanbieter.

      Bei meiner Aussage zur Stabilität durch die Fensterstege bleibe ich. Der ICE 4 fährt zwar schneller hat allerdings auch Abteile im Wagen verbaut, was die Stabilität eines Wagens enorm unterstützt.

      Natürlich ist der ICE 4 auf das Befördern vieler Fahrgäste ausgelegt. In Zukunft werden immer mehr Leute die Mobilität auf der Schiene nutzen. Daher ist es genau der richtige Schritt bei gleichbleibenden Komfort mehr Fahrgäste von A nach B zu befördern.

      Danke nochmals für dein Feedback.

      Beste Grüße
      Tim

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