4. Oktober 2018

Einfach mal die Sparpreise streichen – wie bitte? | Dein Bahn-Update

Einfach mal die Sparpreise streichen – wie bitte? | Dein Bahn-Update

Immer mehr Menschen steigen auf die Schiene um. Von Jahr zu Jahr wird ein Rekord nach dem anderen eingestrichen. Vor allem im Fernverkehr. Doch die Gewinne gehen zurück.

Darauf deutete auch der Brandbrief von Dr. Richard Lutz hin, den er an alle Führungskräfte Anfang September verschickt hat.

Mehr Fahrgäste, weniger Gewinne

Den Grund für die sinkenden Gewinne sieht der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, in den Rabatt-Angeboten der Deutschen Bahn. Er sei überrascht gewesen, wie viele Rabatte die Deutsche Bahn anbietet.

Neben dem Sparpreis hat die Bahn im August noch den Super Sparpreis eingeführt. Aber auch die Rabatte, die man durch eine BahnCard bekommt, werden kritisch gesehen. Deshalb soll die Rabatt-Politik nun überprüft werden. Es kann durchaus passieren, dass nach der Überprüfung nicht mehr so viele günstige Preise im Portfolio der Bahn zu finden sind.

Ist das ein Witz?

Ich staunte nicht schlecht, als ich die unterschiedlichen Beiträge zu diesem Thema im Laufe der letzten Wochen gelesen habe. Aus meiner Sicht wäre eine Streichung der günstigen Angebote ein fataler Fehler. Und ich bin damit nicht der Einzige, der das so sieht. Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sieht so einen Schritt als sehr bedenklich und glaubt, dass dadurch Kunden verloren gehen. Und ich stimme zu 100% zu.

Wie kann es sein, dass ich für 9€ mit einem Fernbus durch Deutschland fahren kann und für unter 30€ durch Deutschland fliegen kann, aber die Super Sparpreise ab 19,90€, die es einem ermöglichen sehr günstig durch Deutschland mit der Bahn zu reisen, eventuell wegfallen?

Es kann doch nicht sein, dass man sich im Jahr 2018, wo der Fokus immer weiter auf die Umwelt geht, mit so einem Thema meldet. Es steht außer Frage, dass die Bahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist. Warum sorgt man dann nicht dafür, dass mehr Menschen die Möglichkeit bekommen mit dem Zug zu verreisen? Warum sind die Trassenpreise auf der Schiene im Vergleich zur Maut auf der Straße seit Jahren nicht ansatzweise vergleichbar?

Sparpreise sind stark begrenzt

Jeder der schonmal mit der Bahn verreist ist, weiß genau, wie schwer es sein kann, noch einen Sparpreis bzw. Super Sparpreis zum günstigsten Preis zu bekommen. Ich stelle mal eine Vermutung auf: In jedem Zug in Deutschland sitzen deutlich mehr Reisende, die für mehr als 19,90€ unterwegs sind.

Natürlich muss auch ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn betriebswirtschaftlich arbeiten und handeln, dennoch sollte es im Interesse aller sein, die Umwelt zu schonen und mehr Menschen eine Reise mit der Bahn zu ermöglichen.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Persönliche Fragen

Das hat mich überrascht

Wie ihr wisst, höre ich sehr viel Podcasts und betreibe auch zwei Podcasts. In den letzten Wochen hat die Deutsche Bahn im Rahmen der Innotrans für das Konzernprojekt „Digitale Schiene Deutschland“ einen Podcast mit dem Namen „tschuldigung, sitzt hier schon jemand?“ veröffentlicht. Die erste Episode ist bereits verfügbar.

Reinhören könnt ihr hier bei Apple Podcasts und Spotify.

Darüber habe ich mich gefreut

Der September ist Apple-Monat. Nachdem am 12.09.2018 die neuen iPhones vorgestellt wurden, kam am 17.09.2018 das neue Betriebssystem iOS 12 auf den Markt. Seitdem teste ich viel aus. Ganz neu dabei sind die „Siri Kurzbefehle“, bei denen auch der DB Navigator dabei ist.

Weitere Infos dazu findet ihr hier!

Das hat mich motiviert

Seit April habe ich für den Nachtlauf in Hannover trainiert. Am 14.09.2018 war es soweit und ich konnte meine Ziele für diesen Lauf übertreffen (Ziel: Unter 45 Minuten auf 10 KM, Gelaufen: 42:55 Minuten).

Es hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Training war und das lässt sich auch auf andere Bereiche sehr gut übertragen. Immer wieder und weiter trainieren und irgendwann erreicht man sein Ziel.

Leseempfehlungen der Woche

Alle Infos zu meinen Meet & Greets

Nun stehen alle Termine für alle Standorte fest. Nachdem die Meet & Greet-Serie in diesem Jahr in Berlin eröffnet wurde, sollte es eigentlich in diesem Monat in München weitergehen.

Aufgrund der kurzfristigen Terminbestätigung musste das Event allerdings abgesagt werden. Nun steht ein neuer Termin fest. Das Meet & Greet in München, aber auch das Meet & Greet in Hamburg wird im November stattfinden.

Alle Infos zu den Meet & Greets findet ihr hier!

Im letzten Bahn-Update habe ich den Wegfall des Bewerbungsschreiben im Bewerbungsprozess der Deutschen Bahn kommentiert (hier nachlesen!). Wenn dir “Dein Bahn-Update” gefällt, dann teile den Beitrag mit deinen Freunden. So können noch mehr Leute von den Informationen profitieren. 

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#Bahn-Update#Sparpreise
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
7 Kommentare
  • Kai sagt:

    Die Problematik gut auf den Punkt gebracht !

  • Bernd K. sagt:

    Hallo Tim,
    schön wieder was von dir zu lesen. Zu den Preisen: das System ist schon etwas unübersichtlich. Zu den Spar- und Supersparpreisen kommen noch irgendwelche temporären Discounterangebote u.a. und im Nahverkehr gibt es je nach Bundesland auch noch mindestens ein halbes Dutzend Sonderfälle. Was, zugegeben, den informierten Kunden hilft und der Bahn auch mehr Passagiere verschafft. Die Äußerung des Bahnbeauftragten war mindestens undurchdacht. Die wesentlichen Probleme dargestellt sind z.B. in diesen beiden Zeitungsberichten anläßlich des Brandbriefs von Lutz (lesenswert auch einige der Leserbriefe bei Nordbayern dazu) und teilweise etwas polemisch in dem Artikel von Weselsky. Als Fdl hast du die Probleme ja kennengelernt.
    https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-09/deutsche-bahn-fernverkehr-zuege-kauf-probleme-gueterverkehr/komplettansicht
    http://www.nordbayern.de/wirtschaft/die-deutsche-bahn-wird-zum-sanierungsfall-1.8113295?searched=true
    https://www.bahn-manager.de/hardliner-weselsky-%E2%80%9Emanager-sollten-die-weichen-mit-nacktem-hintern-auftauen%E2%80%9C/

    • Tim Grams sagt:

      Guten Morgen Bernd,

      Erstmal sorry für meine späte Antwort.
      Danke für dein Feedback zu dem Thema, bei dem ich zu 100% mitgehe. Die Übersicht der Tarife und generellen Preisgestaltung spielt, auch meiner Meinung nach, den Kunden nicht in die Karten. Schauen wir mal in welche Richtung sich das alles bewegt.

      Beste Grüße
      Tim

  • Marcus Bölt sagt:

    Sparpreise zu streichen ist ein komplett falscher Ansatz. Allerdings sind die Kontingente nicht mehr so knapp, wie sie vor einigen Jahren noch waren. Wenn es nicht gerade Großreisetag vor langen Wochenenden, Feiertagen oder Urlauben ist, sind Sparpreise zu zwischen 39 und 69 Euro immer noch gut verfügbar. Und wer sowieso genau weiß, mit welchem Zug er fährt, wird den Sparpreis auch nutzen.

    Meiner Meinung nach braucht es mehr Anreiz, warum man den Flexpreis buchen soll. Nur die nicht vorhandene Zugbindung ist zu wenig. Wieso hat man das City-Ticket auf den normalen Sparpreis ausgerollt? Hätte man das dem Sparpreis verwehrt, gäbe es einen größeren Unterschied zwischen den Tickets und wer sich nicht mit den Tarifen der örtlichen Verbünde rumschlagen will, hat den Anreiz zum Flexpreis zu greifen. Aber so fehlt das…

    • Tim Grams sagt:

      Hallo Marcus, vielen Dank für dein Feedback. Ich finde deinen Ansatz mit dem „Schmackhaft machen“ des Flexpreises sehr gut. Ich könnte mir vorstellen, dass das funktionieren kann.

      Beste Grüße
      Tim

  • Denis Seidel sagt:

    Das Problem ist vielschichtig.
    Meiner Meinung nach ist aber das größte Problem, dass die Bahn Gewinne machen soll, je mehr desto besser. Daraus resultiert natürlich immer die gleiche Denke bei den Entscheidungsträgern: Wie können wir die Kosten reduzieren? Und wie können wir die Einnahmen erhöhen?

    Das ist ein fataler Fehler. Natürlich sollte das Unternehmen Deutsche Bahn auf seine Betriebswirtschaftlichkeit achten, um nicht ständig nur rote Zahlen zu schreiben, aber die Gewinnziele sollten bescheiden begrenzt werden. Gerade soviel, dass etwas für Investitionen übrig bleibt.

    Ein anderes Problem liegt im Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Wer Fernbusse mit der Bahn vergleicht macht aber genau dies. Soweit mir bekannt ist, zahlen Fernbusse immer noch keine Maut. Außerdem besitzen die Fernbusunternehmen keine Haltestellen oder gar ganze Bahnhöfe. Solange dies so ist, muss man bei einem solchen Vergleich auch genau darauf hinweisen.

    Ein dritter Faktor für schwindende Gewinne ist sicherlich das erhöhte Investitionsvolumen in die notwendige Instandsetzung der Infrastruktur, die über Jahre hinweg verdrängt wurde.
    Da ist es natürlich schwer die Gewinne zu vergrößern geschweige denn zu halten.

    Die Sparpreise ersatzlos zu streichen finde ich aber auch den falschen Ansatz. Viel eher würde ich mal bei den unverhältnismäßigen Gehältern und Boni der Manager den Rotstift ansetzen.

    • Tim Grams sagt:

      Hi Denis, vielen DAnk für dein ausführliches Feedback. Die Denke kommt tatsächlich bei der ein oder anderen, die man so in der Presse liest, mit rüber. Natürlich zahlen die Fernbusse keine Maut, aber auch die Maut als solches im Verhältnis zu den Trassenpreisen ist ein Witz. Ich meine hier vor allem den Güterverkehr, habe im Beitrag aber den Punkt der Fernbusse (keine Maut) noch ergänzt. Danke dafür. Es muss einiges aufgeholt werden, was in den letzten Jahren versäumt worden ist. Allerdings darf der Kunde nicht verschreckt werden.

      Beste Grüße
      Tim

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