8. Februar 2018

Ein Tag im Leben des bloggenden Bahner

Ein Tag im Leben des bloggenden Bahner

Seit dem ich im Januar 2016 meinen Alltag als Fahrdienstleiter und Blogger vorgestellt habe, hat sich einiges verändert. Ich habe nicht nur mein Hobby zum Beruf gemacht, sondern auch meinen Alltag komplett umgekrempelt und neue Routinen für mich entwickelt, die ich euch vorstellen möchte.

Viele von euch wissen seit dieser Woche, welche Apps ich am meisten nutze und was ich in meinem Rucksack dabei habe. In diesem Beitrag wollen wir einen Blick auf meinen Alltag werfen. Ich möchte euch Schritt für Schritt erklären, wie mein Tag abläuft, was ich wann tue und damit folgende Fragen beantworten:

  • Wann stehe ich auf?
  • Wie plane ich meinen Tag?
  • Welche Aufgaben habe ich als Blogger?
  • Was mache ich in meinem Hauptberuf?
  • Was für Aufgaben stehen jeden Tag an?
  • Wie setze ich Projekte & Aufgaben um?

Guten Morgen – die ersten 2 Stunden (!) gehören mir!

Mein Wecker klingelt jeden Wochentag zwischen 04:40 Uhr und 05:10 Uhr. Warum nicht um eine konkrete Uhrzeit? Mit Hilfe der App „SleepCycle“ wird innerhalb dieser halben Stunde der perfekte “Aufwach-Moment” ermittelt, sodass man zum Beispiel nicht in der Tiefschlafphase aufwacht.

Ich nutze die App jetzt seit über einem Jahr und muss sagen, dass ich mich morgens fitter und wacher fühle. Des Weiteren erhält man in der App eine Übersicht zu seinem Schlaf, sowie seine Schlafqualität. Es kann also sein, dass ich um 04:45 Uhr aufstehe oder eben auch erst um 05:09 Uhr. Egal zu welcher Uhrzeit es ist, der Ablauf nach dem Aufstehen ist gleich. Zuerst trinke ich mindestens einen halben Liter Wasser. Der Körper verliert über Nacht ziemlich viel Flüssigkeit, die gilt es wieder aufzufüllen.

Dann werden die Sportklamotten angezogen und entweder auf dem Rudergerät eine Runde gedreht oder mit der „Nike Training“-App wird der Trainingsplan durchgeführt. Sport ist ein wichtiger Ausgleich für mich und hilft mir dabei die Konzentration über den Tag hochzuhalten. Zudem hält es natürlich fit und lässt den Sprint zum Zug, wenn er mal nötig ist, ganz einfach aussehen.

Im Sommer wird weniger das Rudergerät benutzt, dafür mehr an der frischen Luft gelaufen. Ich trainiere nicht jeden morgen, aber drei bis fünf mal pro Woche 20-30 Minuten. Am Wochenende dann auch gerne mal länger.

Die Ruhe genießen

Airdpods liegen ausgepackt neben dem iPad Pro auf einem Tisch

Nach dem Sport wird geduscht und danach meditiert. Du hast richtig gelesen. Seit fast zwei Jahren meditiere ich jeden Tag. Es hilft. Achtsamkeit wird in der heutigen Zeit immer wichtiger und ist keineswegs zu unterschätzen. Meine Meditationen führe ich mit der App „7mind“ durch. Im Anschluss wird gefrühstückt.

Das Frühstück bereite ich den Abend vorher immer vor, damit ich morgens die Zeit nicht verliere. Mit dabei ist immer ein Kaffee, ein Tee, ein grüner Smoothie und Naturjoghurt/Quark mit Früchten und Nüssen. Aus meiner Sicht ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Währenddessen lese ich oft Beiträge/Artikel abseits der Bahn und schaue das ein oder andere YouTube-Video. Um kurz vor sieben packe ich meine Sachen zusammen und frage nebenbei den Deutsche Bahn Alexa-Skill nach meiner Verbindung. Gegen kurz nach sieben breche ich auf zum Hauptbahnhof Hannover. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich in der Regel keine meiner Social Media-Kanäle oder Mails gecheckt. Die ersten zwei Stunden des Tages sind die einzige Zeit des Tages in der ich mich nicht mit dem Thema Bahn und Mobilität beschäftige.

Auf dem Weg zum Bahnhof höre ich mir drei Podcasts an. Zuerst den Nachrichten Podcast von Zeit Online „Was jetzt?“, dann den Apple-News Podcast „Apfeltalk-Editors Podcast“ und zu guter letzt den „Geektalk Daily“. Bei letzterem bin ich meistens schon immer am Bahnsteig und steige jeden Moment in den Zug. Dort finde ich seit einigen Wochen auch immer einen Platz. Entweder von den vorhanden oder auf meinem mitgebrachten Dreibein-Hocker.

Ich möchte gerne immer sichergehen, dass ich auch einen Sitzplatz bekomme. Seit der Anschaffung des Dreibein-Hockers ist das immer gegeben. Auf dem 500g leichten Begleiter ist das für zwei Stunden auch einigermaßen bequem. Mittlerweile ist mein Rucksack mit allen, was man zum Überleben braucht, ausgestattet. Hier kannst du dir das im Detail anschauen!

Die ersten zwei Stunden im Zug

Ich verbringe fast jeden Tag mindestens vier Stunden im Zug. Am Morgen zwei und am Nachmittag/Abend weitere zwei. Ich werde immer wieder gefragt, was ich in dieser Zeit tue. Schlafen? Aus dem Fenster schauen? Schottersteine zählen? Aus dem Fenster schaue ich tatsächlich immer mal wieder. Aber die meiste Zeit arbeite ich.

Ich arbeite an eigenen Projekten für diesen Blog oder schneide ein Video für meinen YouTube-Kanal und beantworte Kommentare auf meinen Social Media-Kanälen. Auch bereite ich den Tag in Frankfurt für meinen Hauptberuf vor. Dazu zählen Mails lesen und beantworten, ToDo-Liste pflegen und auch Beiträge schreiben. Welche Apps ich dafür nutze, habe ich für euch einmal hier aufgelistet.

Dabei verfliegt die Zeit tatsächlich wie im Flug und auf einmal ertönt die Ansage im Zug „Nächster Halt Frankfurt am Main Hauptbahnhof“. Es gibt für mich kaum einen entspannteren Ort die Arbeit zu erledigen. Kopfhörer auf und einfach loslegen. Zu tun gibt es immer etwas. Sollte die ToDo-Liste mal für den Morgen abgearbeitet sein, höre ich schonmal in ein Hörnbuch rein bis ich in Frankfurt ankomme.

Hallo Frankfurt!

Ausblick auf den Hauptbahnhof Frankfurt aus dem 30. Stock im Silberturm der Deutschen Bahn

Gegen 09:30 Uhr steige ich aus dem Zug und laufe so ca. 10 Minuten ins Büro. Das tut richtig gut nach den zwei Stunden im Zug. Angekommen im Büro wird der Arbeitsplatz hochgefahren und weitergearbeitet. Um 10:00 Uhr haben wir im Team immer unser Daily. Dort bringen wir uns gegenseitig auf den neusten Stand der Dinge und gehen die Aufgaben für den Tag durch.

Danach folgen meist weitere Termine oder es geht direkt weiter an die Arbeit. Zu meiner Arbeit gehören:

  • Beiträge schreiben für inside.bahn.de
  • Posts vorbereiten für Facebook, Twitter und auch YouTube
  • Weiterentwicklung der Social Media-Kanäle im Team
  • Analysieren was in den letzten Stunden auf den Social Media-Kanälen los war
  • Einzelne interne Projekte unterstützen

An sich mache ich genau das seit fast vier Jahren. Angefangen mit meinem eigenen Blog im Juni 2014, für den ich mir alles selber neben meinen Hauptberuf „Fahrdienstleiter“ beigebracht habe, und heute für den Personenverkehr der Deutschen Bahn. Natürlich wird mein Blog und alles was dazu gehört auch weiterhin mit Inhalten versorgt.

Für mich habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und das freut mich jeden Tag aufs neue. Um 12 Uhr macht der Eisenbahner Mittag – so sagt man zumindest. Wir peilen es immer wieder an, aber manchmal kommt auch etwas dazwischen, sodass es etwas später wird. Am Nachmittag wird die Arbeit fortgesetzt und der ein oder andere Termin steht noch auf dem Programm.

Bevor es gegen 16:35 Uhr wieder in Richtung Bahnhof geht, wird nochmal die ToDo-Liste auf Vordermann gebracht, sodass die Arbeit im Zug fortgesetzt werden kann.


Mein Tipp für die Bahnfahrt

Legt euch Offline-Arbeit in den Zug. Leider kann man noch nicht zu 100% davon ausgehen, dass man tatsächlich guten Empfang im Zug hat bzw. ausreichende Geschwindigkeit. Daher nehme ich viele Offline-Tätigkeiten mit in den Zug. Auch Mails kann man Offline beantworten. Diese werden dann versendet, sobald man wieder Netz hat. Wenn es dringend ist, einfach auf den nächsten Bahnhof warten.


Arbeiten im ICE 4 mit Macbook in der 1. Klasse

Tschüss Frankfurt, hallo ICE 4

Angepeilt für die Heimfahrt wird immer der ICE 1094 (16:58 Uhr ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof). Sollte es mal zeitlich nicht passen, ist das keineswegs ein Problem. Es gibt genug Verbindungen in Richtung Hannover bis spät in den Abend. Seit dem Fahrplanwechsel am 10.12.2017 fährt der ICE 1094 mit der ICE Baureihe 412 – kurz ICE 4.

Ich persönlich mag den ICE 4, da dieser eine neue Ära im Fernverkehr einleiten wird. In meinem Kommentar zum ICE 4 habe ich bereits auch die vermeintlichen Nachteile, wie Höchstgeschwindigkeit und unbequeme Sitze kommentiert (zum Kommentar). Jedes Mal, wenn dieser Zug in Frankfurt einfährt genieße ich die Fahrt noch ein bisschen mehr.

Wie jeder Zug im Fernverkehr ist auch dieser ICE perfekt zum Arbeiten auf langen Fahrten. Das iPad wird wieder aufgeklappt und weitere 90 Minuten steht ordentlich Arbeit auf dem Programm. Auf der einen Seite werden ein paar Mails abgearbeitet und auf der anderen Seite werden Beiträge für meinen Blog geschrieben, Kommentare und Fragen, die über den Tag reingekommen sind, beantwortet.

Die letzten 30 Minuten meiner Heimfahrt nutze ich immer um etwas runterzukommen und höre meistens mein Hörbuch oder einen spannenden Podcast. Kurz nach 19 Uhr fahre ich in Hannover ein und bin gegen 19:20 Uhr zu Hause.

Feierabend? Denkste!

Der bloggende Bahner zeigt einen Daumen hoch an seine Community in der DBB-Fragerunde LIVE

Viele von euch werden gemerkt haben, dass ich auch Abends um 21 Uhr noch auf Fragen antworte. Ja zu der Zeit bin ich oft auch noch aktiv und gehe ein letztes Mal für den Tag meine Social Media-Kanäle durch und checke die ToDo-Liste für den kommenden Tag. Zuvor habe ich eine Kleinigkeit gegessen und mich auf die DBB-Fragerunde LIVE auf Instagram vorbereitet.

In diesem Format beantworte ich Live eure Fragen. Seit Januar 2017 mache ich wöchentlich mehrmals dieses Format und habe bis jetzt bereits über 100 Livestreams auf Instagram durchgeführt. Es ist immer wieder ein tolles Event mit euch Live in Kontakt zu treten und direkt auf eure Fragen zu antworten. Die DBB-Fragerunde dauert immer zwischen 30 bis 60 Minuten und findet mindestens zwei Mal pro Woche statt.

Nach der Fragerunde schaue ich oft nochmal in die Statistiken vom Bahnfunk-Podcast. Diesen Podcast habe ich im letzten Jahr mit meinem guten Kumpel Lukas gestartet. Alle Infos zum Podcast und wo du diesen abonnieren kannst, erzähle ich dir hier. Nun bist du dran. 

Ich freue mich auf dein Feedback, schreib es mir in die Kommentare. 

#Alltag#Routinen#Tagesablauf
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
15 Kommentare
  • Astrid sagt:

    Mit welchen Verbindungen kommt man in nur 2 Stunden von Hannover nach Frankfurt? 🙂

    • Tim Grams sagt:

      Hey Astrid,

      es sind nicht genau zwei Stunden. Der ICE 1094 und ICE 1097 kommen aber schon ganz nah ran 🙂

      Beste Grüße
      Tim

  • Greta sagt:

    Herrlich zu lesen und vor allem spannend. Gerne mehr davon. Der Rucksackinhalt hat mich auch schon sehr interessiert. Also gerne wieder. LG

    • Tim Grams sagt:

      Hey Greta,

      vielen Dank für dein Feedback. Freut mich sehr. Es wird immer wieder solche Beiträge geben, sofern es genügend Updates dazu gibt. Das wird sicherlich irgendwann der Fall sein. 🙂

      Beste Grüße
      Tim

  • Sven >Igel sagt:

    Hallo Tim.
    Danke für deine, für mich oft sehr hilfreichen Beiträge. Danke auch, das wir ein wenig Privates mitlesen durften. Dir weiterhin Gesundheit, Kraft und gute Kommentare.

    Mit lieben Grüßen – Sven >Igel<

  • Hallo Tim,
    Du machst sehr viel für deine Community, das freut mich und viele andere sicherlich auch. Es ist immer toll einen deiner Beiträge anzusehen oder zu lesen. Bei dir bleibt eigentlich nie eine Frage zu Bahnthemen oder so offen! Du machst das alles sehr sehr super! Mein größtes Kompliment. 💯💯💯
    Mit freundlichen Grüßen
    Christopher Schaumburg
    @bus_cmls (Instagram)

  • Michael sagt:

    Hallo,

    interessante Aufstellung. Ist das bei dir ein Tz-Job oder nimmst du einen Teil der Arbeitszeit mit in den Zug? Ich komme bei dir auf eine tägliche Arbeitszeit von 10 – 16:30h.
    Für deinen Status aktuell ein gutes Modell (ich würde es auch so machen bei gleicher Ausgangslage). Was machst du mal wenn Frau und Kinder den Rythmus mit beeinflussen?

    LG
    Michael

    • Tim Grams sagt:

      Hey Michael, danke für dein Feedback und deine Fragen. Ich arbeite Vollzeit. Da mein Beruf zu 100% ein Online-Beruf ist, kann ich auch von überall arbeiten, wo es Internet gibt. Meine tägliche Arbeitszeit beginnt nicht im Büro, sondern schon im Zug und endet entweder zu Hause oder auch wieder im Zug.

      Da ich eine Freundin habe und wir uns gegenseitig sehr gut unterstützen und ergänzen passt das und es wird nichts beeinflusst 🙂

      Ich bin sehr zufrieden mit der Situation und es macht immer wieder großen Spaß.

      Beste Grüße
      Tim

  • Henrik sagt:

    Interessanter Einblick, vielen Dank dafür.
    Wann gehst du denn schlafen?

    • Tim Grams sagt:

      Hey Henrik, vielen Dank für deine Rückmeldung. Freut mich, dass dir der Einblick gefallen hat. Ich gehe eigentlich immer zwischen 22 und 23 Uhr schlafen.

      Beste Grüße
      Tim

  • Jörn sagt:

    Klasser Blogeintrag, Tim! Ich bewunder, wie du das alles so jeden Tag durchziehen kannst. Um 5 Uhr aufstehen und um 20 Uhr erst Zuhause. Das ist ein langer Tag, der kaum Zeit für Freundin und andere Dinge überlässt, oder?

    • Tim Grams sagt:

      Hey Jörn, danke dir für dein Feedback. Freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. Das ist ein langer Tag das stimmt. Der Tag lässt einiges noch für Freundin und so weiter über. Zudem gibt es ja auch noch das Wochenende. Funktioniert alles sehr gut.

      Beste Grüße
      Tim

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