12. Oktober 2015

Das erwartet Bahn Kunden 2016!

Das erwartet Bahn Kunden 2016!

In Zukunft soll sich einiges ändern. Die Deutsche Bahn stellte am 23.09.2015 in Berlin auf dem Event „Mobilität erleben“ im Rahmen der Kundenoffensive, Fernverkehrsoffensive, Digitalisierung und Mobilität 4.0 zahlreiche neue Produkte und Updates zu bestehenden Angeboten vor. Über die sechs größten Neuerungen habe ich bereits geschrieben und möchte euch eine Zusammenfassung geben.

„Grüße aus San Francisco“

Als Dr. Rüdiger Grube an diesem Tag die Bühne am Potsdamer Platz betrat und anfing über die neuen Angebote und Produkte zu berichten, hatte es einen kleinen Anschein, als wären wir gerade in San Francisco auf einer Apple-Keynote. Im Minutentakt präsentierte der Vorstandsvorsitzende wirklich durchdachte Angebote.

Aber die Fragezeichen standen natürlich weiterhin in den Gesichtern. Denn erst der Realitätscheck würde zeigen, wie gut die Produkte wirklich sind. Auch hier haben die Kollegen nicht geschlafen. Prompt wurde nach der Präsentation ein ICE vorgefahren. Aber nicht irgendein ICE, sondern einer der Extraklasse, der eben genau die Angebote an Board hatte, die zuvor auf der Bühne angekündigt wurden.

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Mehr und mehr in einer App

Ich wiederhole mich: Es war wie in einem „Hands-On“ Bereich auf einer Apple Präsentation. Alles zum Anfassen, ausprobieren und anschauen. Als erstes wurde eine Erweiterung für das wichtigste Produkt der Kunden vorgestellt. Der DB Navigator bekommt zwei entscheidende Erweiterungen. Sitzplatzreservierungen sind nicht mehr nur über bahn.de online buchbar, sondern nun auch innerhalb der App.

In meinem Video zeige ich euch schnell und einfach, wie ihr eure Sitzplatzreservierungen über den DB Navigator buchen könnt. Ebenfalls steht die BahnCard 25 und die BahnCard 50 nun als Handy-Ticket zur Verfügung. Auch die Probe-BahnCards können innerhalb der App erworben werden. Bei der BahnCard 100 wartet man auf die nächste Sicherheitsstufe. Erst dann wird diese auch innerhalb der App zur Verfügung stehen. Mehr Infos zu beiden Themen gibt es auch im Blog-Artikel.

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„Bei dem Design gehe ich auch im Zug gerne auf Toilette”

Es fiel direkt auf. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden hat sich ausgezahlt und spiegelt sich in vielen neuen Produkten der Deutschen Bahn wieder. Das neue Toiletten Design ist nur eines davon. Schlag auf Schlag ging es aber weiter.

Ein neues Infotainment-Angebot, genannt „ICE-Portal“ soll ab Ende Oktober nach und nach in die ICE-Züge eingebaut werden. Dieses bietet Echtzeitinformationen zur eigenen Reise, Stündlich neue Nachrichten von der ARD, Reisetipps für 50 ICE-Haltebahnhöfe in Deutschland und zu späterer Zeit auch ein Angebot von Filmen, Serien und Hörbüchern. Abrufbar ist das ICE-Portal auf jedem Endgerät, welches sich mit dem bordeigenen WLAN verbindet. Keine Angst, das Portal nutzt ein eigenes WLAN-Netz. Wie sich das Angebot in der Realität schlägt konnte ich bisher leider nicht testen. Sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich euch natürlich umgehend informieren.

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Der neue Fernverkehr bietet aber noch mehr. Nicht nur auf der digitalen Ebene soll sich einiges verbessern, sondern auch im Bahn-Betrieb. Eine bessere Taktung im Fahrplan und die Einbindung von fünf Millionen neuen Menschen an das Fernverkehrsnetz sind nur zwei Punkte davon. Desweiteren sollen insgesamt vier neue ICE Sprinter Zugfahrten ab dem Fahrplanwechsel (13.12.2015) stattfinden. Eine Besonderheit ist dabei nicht zu vergessen: Der Sprinter-Aufpreis, den man aktuell noch bezahlen muss, entfällt ab dem Fahrplanwechsel für alle Sprinter. Somit hat man ab dem 13. Dezember 2015 die Möglichkeit schneller und mit weniger Stops zwischen den Metropolen in Deutschland zu pendeln.

Ebenfalls wird Ende des Jahres die neue Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Halle bzw. Leipzig in Betrieb genommen. Im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutscher Einheit ermöglicht diese Schnellfahrstrecke Zeiteinsparungen von bis zu 65 Minuten. Komplett gemacht wird das Projekt 2017, wenn die Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin in den Betrieb mit aufgenommen wird und eine Fahrzeit von unter vier Stunden zwischen Berlin und München ermöglicht.

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Der Umweltvorreiter in Person

Eines der Ziele im Rahmen der Konzernstrategie DB 2020 ist “Vorreiter im Umweltsektor” zu werden. In diesem Punkt ist die Deutsche Bahn auf einem sehr guten Weg und hält weiterhin am Ziel fest. Das neue Produkt, was man im Rahmen des Events in Berlin vorgestellt hat, nennt sich Flinkster Connect.

Flinkster ist der Car-Sharing Dienst der Bahn und unteranderem in diesem Jahr zum Testsieger von Stiftung Warentest ausgezeichnet worden. Connect heißt übersetzt „verbinden“ und genau das wird mit diesem Produkt auch ermöglicht. Die Verknüpfung zwischen einem Fernverkehrsticket und einer Benutzung des Autos der Flinkster Flotte wird damit ermöglicht. Um auf den Umweltsektor zurückzukommen werden hier nicht irgendwelche Autos angeboten, sondern Elektro-Autos. Gestartet wird die Testphase zum Jahreswechsel 2015/2016 für Reisende mit dem Ziel Bundeshauptstadt Berlin. Je nach Nutzung von Flinkster Connect wird es dann auf weitere Städte in Deutschland ausgeweitet.

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DBEvent-Mobilität-erleben-Berlin-47

Die Familie wird zum Zentrum

Das Reisen mit der gesamten Familie war schon immer ein großer Vorteil der Deutschen Bahn. Denn bereits heute bietet die Bahn in ihrem Angebot zahlreiche Möglichkeiten für die gesamte Familie. Aber nun geht es weiter, denn Stillstand ist Rückschritt. Ab 2016 wird die ICE-Flotte mit extra Familienbereichen ausgestattet. Diese Bereiche haben dementsprechend natürlich auch ein kindgerechtes Design.

Das Maskottchen „Der kleine ICE“ stellt den Kindern Malbücher, Puzzles, eine App und vieles mehr zur Verfügung, damit keine Langeweile aufkommt. Umfragen haben ergeben, dass Familien gerne zusammen mit anderen Familien reisen und nicht gerne zwischen Geschäftsleuten sitzen. Deshalb bietet die Deutsche Bahn Familien extra Abteile, die sogar reserviert werden können und gegebenenfalls geräumt werden müssen, wenn sich Paare oder Alleinreisende im Abteil befinden und eine Familie einen Sitzplatz sucht.

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Was erwartet uns?

Ja genau das alles, was ich bereits beschrieben habe. Allerdings muss man zugeben, dass einige Termin noch nach hinten geschoben werden können. Termingerechte Start sind bei der Bahn, vor allem im Bereich Digitalisierung ja immer so eine Sache. Doch ich bin wirklich sehr positiv gestimmt, dass die Deutsche Bahn mit diesen und vielen kleinen weiteren Neuerungen, sowie Updates, auf einem sehr guten Weg ist. Sogar mehr als das.

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Dr. Rüdiger Grube verwendete folgende Worte: „Was in den nächsten Monaten passiert, hat es bei der Bahn noch nicht gegeben.“ Das meint der Vorstandsvorsitzende sicher nicht negativ, ganz im Gegenteil. Wir können uns also nicht nur auf das kostenfreie WLAN in der 2. Klasse ab 2016 freuen, sondern auch noch auf vieles mehr. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Kunden stimmt mich positiv gegenüber der Zukunft. Wie sich das im Detail auf das Reiseverhalten auswirken wird, werden wir in den nächsten Jahren sehen und natürlich auch weiterhin im Auge behalten.

Ebenfalls bleibt auch festzuhalten, dass die Fernbusse einen großen Anteil an den unterschiedlichen Offensiven der Deutschen Bahn haben. Der Konkurrenzdruck mit den Dumpingpreisen, sowohl auf der Straße durch die Busse, als auch in der Luft durch verschiedene Fluggesellschaften, hat sich auch im Schienenverkehr bemerkbar gemacht. Keinesfalls zu spät, denn man biegt rechtzeitig in die Kurve und fährt geradewegs auf das angestrebte Ziel zu. 

Abschließend halten wir fest, dass die Deutsche Bahn auf einem guten Weg ist. Mehr nicht, denn erstmal müssen die Kunden vom Endprodukt überzeugt werden. Zudem können wir nicht in die Zukunft gucken und wissen somit auch nicht, was uns für außerplanmäßige Dinge erwarten. 

 

#2016#Deutsche Bahn#Digitalisierung#Fernverkehrsoffensive#Kundenoffensive#Mobilität 4.0#Mobilität erleben#Zukunft
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
12 Kommentare
  • […] erste Frage wurde mir schon im Herbst letzten Jahres gestellt. Mehrfach vor allem unter meinen Zukunftsvisionen und Ansichten der Deutschen Bahn im Jahr 2016. Deshalb gibt es diese Woche die Antwort. Wir leben im Jahr 2016. Die Digitalisierung ist überall […]

  • […] habe Janett auf dem DB-Event „Mobilität erleben“ in Berlin kennengelernt. Ich war echt begeistert von dem Konzept. Doch ich wollte wissen, was […]

  • […] zurecht. Dennoch hat der Konzern auch seine Stärken, auf die man sich bewusst fokussiert und in Zukunft weiterhin baut. Auch an den Schwächen wird, wie man in den letzten Monaten gesehen hat, gearbeitet. Doch jeder […]

  • Kenta sagt:

    Hallo Tim,

    ich interessiere mit für den Beruf als Lokführer und habe eine Frage an dich: Werden in der Zukunft (oder konkret: bis 2050) automatische Systeme die Lokführer ersetzen? Ich gehe noch zur Schule aber mein Traumberuf war immer schon Lokführer. Es gibt ja jetzt schon selbstfahrende Autos, wird es dann auch (oder mehr) selbstfahrende Züge geben? Macht es überhaupt noch Sinn, mit der Ausbildung zum Lokführer in 9, 10 Jahren anzufangen?

    Das waren jetzt viele Fragen auf einmal, ich würde mich freuen, wenn du meine Frage beantworten würdest 😀 Vielen Dank im Vorraus.

    Viele Grüße
    Kenta

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Kenta,

      freut mich, dass du dich für den Beruf Lokführer interessierst. Also erstmal muss man festhalten, dass es natürlich heute schon selbstfahrende Autos und Züge gibt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es keine Lokführer mehr geben muss. Aktuell fahren nur da selbstfahrende Züge, wo letztendlich eine “einfache” Strecke vorhanden ist. Eine absolute Seltenheit. Das heißt es gibt noch viele viele andere Strecken, wo es aus meiner Sicht einfach nicht möglich ist, einen Lokführer durch eine Maschine zu ersetzen, weil die Anforderungen für eine Maschine viel zu hoch sind und eine Maschine diese Tätigkeiten auch nicht ausüben kann. Schon gar nicht in Störungsfällen.

      Ich möchte jetzt nicht sagen, dass es in 10 Jahren noch genauso ist, denn ich weis, was in den letzten 10 Jahren an Technik herausgekommen ist. Dennoch bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass es auch noch im Jahr 2050 menschenechte Lokführer geben wird.

      Beste Grüße
      Tim

  • Jonas sagt:

    Vielen Dank Tim! Freut mich 🙂
    Wenn alles umgesetzt wird dann wird das Fahrerlebnis bestimmt super.

    Gruß Jonas

  • Züge In Leipzig sagt:

    Nochmal alles super zusammengefasst

  • Jonas sagt:

    Hallo tlm,

    Danke für die Infos. Das sieht sehr viel versprechend aus.
    Hoffe auch dass die Theorie wirklich so in der Praxis umgesetzt wird.

    Aber eins verstehe ich bis heute nicht und werde es auch nicht verstehen:

    Der Intercity Doppelstock ist ein Fernverkehrszug, da muss wohl deutlich werden dass viele Fahrgäste mit viel Gepäck diesem Zug nutzen.
    Hier sehe ich schon wieder unzufriedene Kunden, da die ihr Gepäck im Gang stehen lassen werden und ein Durchkommen ist weder in der Sommerzeit/Weihnachtszeit möglich. Kannst du da mal bitte irgendwie erforschen warum dies so umgesetzt wurde?

    Darüber hinaus wollte ich wissen, ob du weißt wieso das WLAN im IC nicht umgesetzt wird? Zurzeit höre ich bisher nur ICE!
    Es ist ein Fernverkehrszug und da sitzen die Leute unter Umständen länger im Zug als im ICE! Reine Fahrzeit Köln-Norddeich ca. 4 Stunden!
    Schade, dass ich nicht auf den Positionen arbeite, der dies zu entscheiden hat.

    Hast du da eine Idee oder habe ich was falsches gehört?

    Gruß Jonas

    • Tim Grams sagt:

      Guten Tag Jonas,
      da stimme dir vollkommen zu. Ich hoffe, dass das wirklich alles so umgesetzt wird.

      Ich habe den Zug ja schon live gesehen und muss sagen, dass sich in dem Zug, im Vergleich zu den Nahverkehrsdoppelstopzügen, etwas verändert hat. Man hat auf den ersten Blick nicht viel mehr Platz. Aber auf den 2. Blick schon. Denn es gibt mehr Gepäckfächer und mehr Platz für die Reisenden am Platz selber. Was geblieben ist, ist die kleine Gepäckablage in der oberen Etage.

      Momentan habe ich noch keine genauen Informationen zu den InterCity-Zügen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das WLAN in diesen Zügen ebenfalls zeitnah nachgerüstet wird.
      Es wird sicher kommen. Wenn die Technik erstmal funktioniert, kann diese auch schneller in die Züge eingebaut werden.

      Gruß
      Tim

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