9. Januar 2016

Wie sieht mein Alltag als Fahrdienstleiter & Blogger aus?

Wie sieht mein Alltag als Fahrdienstleiter & Blogger aus?

Fahrdienstleiter und Blogger! Geht das? Und wie das geht! Mir wurde diese Woche die Frage gestellt, wie denn so mein Alltag als Blogger und Fahrdienstleiter aussieht. Diese Frage möchte ich natürlich gerne beantworten. Ich habe mir als Vorlage einen Tag herausgepickt, an dem ich eine Frühschicht habe. Zudem gibt es eine Übersicht über meine Apps, die ich für meine Organisation und Planung benutze.

Ich möchte euch in dieser Ausgabe „Frage der Woche“ mitnehmen in meinen Alltag. Dabei werde ich einen Arbeitstag mit einer Frühschicht als Fahrdienstleiter nehmen und beantworte folgende Fragen:

  • Wann stehe ich auf?
  • Wie plane ich meinen Tag?
  • Welche Aufgaben habe ich als Blogger?
  • Was erwartet mich im Fahrdienstleiter-Job?
  • Welche Apps benutze ich für meine Organisation & Planung?
  • Was für Aufgaben stehen jeden Tag an?
  • Wie setze ich Projekte & Aufgaben um?

Guten Morgen! #TeamFrühschicht

Es ist 04:15 Uhr. Ich werde von zwei Weckern unsanft aus dem Schlaf gerissen. Schnell stehe ich auf und schmeiße die Kaffeemaschine an und gehe duschen. Zehn Minuten später befinde ich mich auch schon am Frühstückstisch und trinke meinen Kaffee und esse eine Kleinigkeit. Der Flugmodus wird ausgeschaltet und ich öffne als erstes Twitter auf meinem Smartphone. Hier scrolle ich meine angelegten Listen (News, Deutsche Bahn, Blogger) durch und speichere mir interessante Artikel ab, damit ich diese später lesen kann. Welche Apps ich benutze beantworte ich später. Um 04:50 Uhr verlasse ich die Wohnung und mache mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle.

Kaum sitze ich in der Straßenbahn lese und beantworte ich Kommentare und E-Mails. Am Hauptbahnhof in Hannover steige ich aus und hole mir noch schnell mein Frühstück für die Arbeit und verlasse den Bahnhof dann mit der S-Bahn in Richtung Hannover Bismarckstraße. Dort muss ich dann aussteigen und einen Fußmarsch von ca. zehn Minuten zurücklegen. Ziel: Betriebszentrale Nord. Ich genieße diesen „Spaziergang“. Bewegung und frische Luft am Morgen tut immer gut.

Verantwortung, Konzentration und Spaß

Gegen 5:30 Uhr treffe ich dann auf der Arbeit ein. Als erstes folgt das Übergabegespräch mit der Nachtschicht. Je nachdem, was in der Nacht passiert ist, kann dieses auch schon mal um die 10 Minuten in Anspruch nehmen. Hierbei ist zu früher Stunde schon höchste Konzentration gefragt. Betriebswichtige Ereignisse und aktuelle Geschehnisse werden übermittelt. Während der Schicht kann alles auf uns Fahrdienstleiter zu kommen. Meistens passiert genau das, womit man am Wenigsten rechnet.

Als Fahrdienstleiter übernimmst du Verantwortung über die Züge in deinem Bahnhof/Bereich und musst zu jeder Zeit höchste Konzentration an den Tag legen. Auch der Spaß darf natürlich nicht fehlen. So tausche ich mich gerne mit meinen Kollegen, über aktuelle Themen der Deutschen Bahn, aus. Auch mein Blog ist immer wieder Thema. Um 11:30 Uhr ist die Frühschicht dann vorbei und es folgt erneut ein Übergabegespräch. Hier übermittel’ ich dem Kollegen für die Spätschicht dann alles Aktuelle.

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Kurz durchatmen und weiter geht’s!

Nach der Frühschicht geht es direkt auch wieder in Richtung Wohnung. Die Meisten würden wahrscheinlich direkt ein „Schläfchen“ machen. Ich checke aber direkt auf dem Heimweg meine Social-Media Plattformen, die E-Mails und meine To-Do-Liste. Die ersten geplanten Beiträge sind schon online und ich beantworte die Kommentare, sowie Rückfragen und schaue, ob alles so online gegangen ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Zuhause angekommen.

Nun eine Kleinigkeit essen, bevor es weitergeht. Nach dem Essen erledige ich meistens um die 30 Minuten Social-Media Aufgaben. Darunter fallen Dinge wie Beiträge planen, Kommentare und Nachrichten beantworten und schauen was sich im Laufe des Vormittags so abgespielt hat. Dann geht es auch schon richtig los. Die nächsten Beiträge müssen vorbereitet werden. Meistens sind dafür schon Ideen niedergeschrieben, die ich nun zu einem Beitrag forme. Hierfür gehen einige Stunden Recherche drauf. Am Ende des Beitrags müssen immer Fragen beantwortet werden und eventuell zu einer Diskussion angeregt werden. Das ist für meinen Blog elementar wichtig.

Sofern ein Video noch nicht geskriptet, gedreht oder geschnitten ist, muss das selbstverständlich auch noch erledigt werden. Wie meine Videos entstehen könnt ihr hier sehen. Hinzu kommen noch zahlreiche Aufgaben aus meiner To-Do-Liste und einige Telefonate. Gegen 17:30 Uhr ist dann erneut eine 30 Minuten lange Social-Media Session geplant. Anschließend esse ich mit meiner Freundin zusammen Abendbrot.

Das ist mein Homescreen

iPhone-Homescreen-DBB-Januar16Während wir zu Abend essen, möchte ich euch meinen Homescreen von meinem Smartphone etwas näher vorstellen und erklären, welche App ich wofür benutze. Starten wir im Dock ganz unten: Dort befinden sich die vier wichtigsten Applikationen. Die Telefon- und Mailapp werde ich nicht weiter erläutern müssen. Todoist ist meine To-Do-Liste. Hier ist alles in unterschiedlichsten Listen zugeordnet und nach Projekten sortiert, sodass ich stets einen guten Überblick über meine Aufgaben habe. Evernote ist mein virtuelles Gedächtnis. Dort werden alle Artikel, Skripte, Notizen geschrieben und archiviert. Zudem fließen auch hier meine interessanten Artikel aus Twitter in einen Ordner, damit ich mit einem Klick alle noch ungelesenen Artikel in einer Übersicht habe.

Mit Hilfe eines Scanners wird auch jegliches Papier digitalisiert und in sogenannten Notizbüchern abgespeichert. Auch PDF-, Audio-, Powerpoint- und Fotodateien können in der App abgespeichert werden und sind umgehend auf jeden internetfähigem Gerät abrufbar. Weiter geht es oben auf meinem Homescreen. Nachrichten ist hier die unwichtigste App und nicht weiter erwähnenswert. Mein Kalender ist neben meiner To-Do-Liste mein Terminplaner, Schichtplaner und Organisator.

Safari ist mein Browser. Fotos und die Reihe dadrunter erklären sich von selbst, genauso wie WhatsApp und Instagram. Der Seitenmanager wird Einigen von euch vielleicht bekannt sein. Mit dieser App verwalte ich meine Facebook-Seite. Hier kann ich Beiträge posten, planen und eure Kommentare beantworten. Natürlich darf bei mir auch der RIS-Zugang (Reisendeninformationssystem) nicht fehlen. Tweetbot ist mein Twitter-Client, in dem ich meine Listen angelegt habe und mit euch twittern kann. Dann folgt noch die YouTube-App, die Creator-Studio-App, wo ich alles über meinen YouTube-Kanal in Erfahrung bringe und WordPress. Mit WordPress kann ich meine Blog-Beiträge bearbeiten und ggf. noch ändern. Auf dem Smartphone nutze ich diese App aber eher weniger.

Die letzten sechs Apps sind der DB Navigator, Lokin – Der Zug-Chat, Analytiks, worüber ich meine Blog-Statistiken einsehen kann, Dropbox, mein Cloud-Speicher, Welt News und MailChimp mein Newsletter-Tool. Falls ihr Fragen zu meinem Homescreen habt, schreibt mir diese doch gerne in die Kommentare. Nun haben wir auch aufgegessen und es geht weiter im Tagesablauf.

Feierabend? Denkste!

Nach dem Abendessen stehen meist noch Restarbeiten an. Das die Konzentration bei so einem Tag am Ende etwas nachlässt, ist verständlich. Daher wird zu dieser Zeit oft noch der Videoschnitt angepasst oder der Blog-Beitrag Korrektur gelesen. Auch Social-Media Arbeit und Mails stehen wieder auf dem Programm am Ende des Tages. Dann muss noch der nächste Tag geplant werden.

Meist steht ein Grundgerüst schon für den kommenden Tag. Denn zu Monatsbeginn sind schon einzelne Aufgaben an den jeweiligen Tagen festgelegt. Ich achte bei der Planung für meinen Blog immer dadrauf, dass nicht zu viele Hauptaufgaben an einem Tag erledigt werden müssen. Unter Hauptaufgaben fallen Blog-Beiträge verfassen, Videos drehen und schneiden, sowie Social-Media Kampagnen planen. Das ist extrem wichtig, da man sich nicht die gesamte Arbeitszeit vollkommen konzentrieren kann. Man braucht auch Entspannungsphasen, wie Mails und Kommentare beantworten oder eine Lesepause. Somit werden nun die To-Do-Liste und der Kalender mit den letzten Aufgaben gefüllt, bevor sich der PC in den Ruhezustand begibt.

Zum Abschalten lese ich meist noch einige Artikel aus der Technikbranche oder schaue YouTube-Videos von anderen YouTubern. Ich möchte noch betonen, dass nicht jeder meiner Tage so abläuft. Bei einer Spätschicht steht mir deutlich weniger Zeit vom Tag zur Verfügung, sodass ich nochmal anders planen muss. Wenn ich Nachtschicht habe, sieht das nochmal anders aus. Der Vorteil bei Frühschichten liegt bei der Zeit, die ich noch in den Blog investieren kann.

Aber dauerhaft ist so eine hohe Belastung auch nicht Erfolgsgekrönt. Man muss einen guten Ausgleich oder eben gute Abwechslung haben, damit man mit dem Beruf Fahrdienstleiter noch einen Blog führen kann. Ich stelle aber immer wieder fest, dass eine gute Organisation und Planung der Grundstein für eine gute Arbeit ist. Natürlich darf auch Schlaf nicht fehlen. Deswegen schließe ich nun gegen 23:00 Uhr die Augen. Gute Nacht!

Feedback zu meinem Alltag und Fragen sind gerne in den Kommentaren gesehen.

#Apps#Blogger#Fahrdienstleiter#Organisation
Tim Grams
Der bloggende Bahner – Für mehr Verständnis im Bahn-Betrieb!
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